Putin-T-Shirt in Istanbul: Fußballspieler muss schlappe 5.000 Euro zahlen

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Die UEFA hat Erbarmen mit Dmitri Tarassow, dem dreisten Kicker von Lokomotive Moskau. Für sein T-Shirt mit Putin-Konterfei und der Aufschrift „Der höflichste Präsident“, das er am 16. Februar nach dem Spiel gegen Fenerbahce in Istanbul demonstriert hatte, setzt es nur seichte 5000 Euro Strafe. Dabei war eine Sperre von bis zu zehn Spielen befürchtet worden. Hatte die UEFA vielleicht deshalb Erbarmen mit dem „Eisenbahner“, weil er heute Geburtstag hat?

Laut der Ethik- und Disziplinar-Kommission der UEFA hat der 29-jährige Tarassow mit seinem Liebesbekenntnis für den russischen Präsidenten gegen die Regel verstoßen, laut der auf den Unterhemden keine „politischen, religiösen und persönlichen Losungen, Erklärungen, Zeichnungen oder Werbung“ getragen werden dürfen. In der russischen Presse hatte die Aktion wegen des gerade sehr brenzligen Klimas zwischen Russland und der Türkei eine Riesenresonanz ausgelöst.

Eine Geldstrafe hat übrigens auch Fenerbahce aufgebrummt bekommen. Beim betreffenden Spiel waren die Sicherheitsvorkehrungen nicht auf der Höhe gewesen – wegen einer „blockierten Treppe“ muss der Klub 25.000 Euro, also das Fünffache, berappen.

Ein Geburtstagsgeschenk?

Alexander Sotow, Generaldirektor der russischen Fußballspielergewerkschaft, ist der Meinung, Tarassow sei zufrieden mit der UEFA-Entscheidung. „Ich habe ehrlichgesagt mit einer strengeren Strafe gerechnet“, sagte Sotow gegenüber „Sport-Express“. „Ich denke, die UEFA hat berücksichtigt, dass Tarassow heute Geburtstag hat. Sie haben 5.000 Euro für genug befunden. Tarassow muss ja noch ein Fest geben, da wollten sie ihm nicht das ganze Geld wegnehmen.“

Wjatscheslaw Koloskow, Ehrenpräsident des Russischen Fußballverbandes RFS, hält die Bestrafung für angemessen. „Die Presse hat ein derartiges Theater veranstaltet, als ob irgendetwas Unfassbares passiert war. Ich habe gleich gesagt, man solle keine Reklame für Tarassow machen. Die UEFA verhält sich weise: im Grunde wurden weder der Spieler noch der Verein bestraft. (…) Die Strafe ist der Handlung angemessen.“

[sb/russland.RU]