Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

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Die russische Währung, der Rubel, verliert weiter an Wert. Die Zentralbank im Land hatte mit einer drastischen Maßnahme versucht gegenzusteuern. Die Erhöhung des Leitzinses kann aber offenbar den freien Fall des Rubel seit heute Morgen nicht stoppen. Waren es heute früh noch knapp 80 Rubel, die man für einen Euro zahlen musste, durchbrach die russische Währung am Nachmittag die 100er Marke, meldet wdr.de/radio.

Für die Ölpreise ging es auch am Dienstag weiter abwärts. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar 60,60 US-Dollar. Das waren 46 Cent weniger als am Montag. Die US-Sorte WTI fiel um 37 Cent auf 55,54 Dollar. Derzeit kostet Rohöl so wenig wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Mittlerweile beträgt der Rückgang fast 45 Prozent. Das Rohölkartell OPEC ist gespalten: Einige Länder wollen die Förderung zurückfahren, um das überschüssige Angebot vom Markt zu nehmen. Mächtige Kartellmitglieder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate halten dagegen. Sie scheinen zu versuchen, Marktanteile zu verteidigen oder zu erobern, indem sie Konkurrenten wie amerikanische Schieferölproduzenten mit niedrigen Preisen unter Druck setzen, berichtet ariva.de.

Laut ariva.de leidet der stark in Russland engagierte Handelskonzern Metro unter den ausufernden Turbulenzen am dortigen Finanzmarkt. Der Verfall des Rubels und der Ausverkauf an der russischen Börse hat am Dienstag zunehmend auf die Stimmung der Metro-Aktionäre gedrückt. Damit verdüstern sich Börsianern zufolge insbesondere die Perspektiven für das Geschäft mit Abholgroßmärkten in dem riesigen Russland, das Metro eigentlich teilweise an die Börse bringen will. Davon kann derzeit wegen der wirtschaftlichen Probleme des Landes aber keine Rede sein.

Laut focus.de sind entgegen dem weltweiten Trend die Waffenverkäufe russischer Rüstungsunternehmen 2013 stark gewachsen. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verkauften die großen Rüstungskonzerne in dem Land 20 Prozent mehr Militärgüter als im Vorjahr. In puncto Umsatz bleiben die US-Firmen jedoch unerreicht. Der größte Waffenproduzent, der US-Konzern Lockheed Martin, macht mehr Umsatz als die zwölf größten russischen Firmen zusammen. Das Ungleichgewicht spiegelt sich auch bei den staatlichen Militärausgaben wider: 2013 gab Russland geschätzt 90 Milliarden Dollar aus. Der US-Etat lag bei 640 Milliarden Dollar.

Die faz.net meldet: Dänemark hat offiziell Anspruch auf den Nordpol erhoben. Die Forderung, die das Land am Montag den Vereinten Nationen in New York vorlegte, betreffe ein Gebiet von knapp 900.000 Quadratkilometern, das 200 Seemeilen von Grönlands Küste entfernt liege, erklärte der dänische Außenminister Martin Lidegaard in Kopenhagen. Russland hatte seinen Anspruch auf Rohstoffvorkommen am Nordpol im März mit dem bislang größten Militärmanöver in der Arktis unterstrichen. Das Land meint, dass sein Festlandsockel am Meeresboden so weit in die Arktis reicht, dass Moskau den Nordpol beanspruchen dürfe.

Die Rheinische Post Online berichtet über die Fernsehsendung »Hart aber fair«: Mit dabei waren die Politiker Edmund Stoiber (CSU) und Claudia Roth (Grüne), Moderator Ulrich Meyer und der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen sowie Kabarettist Serder Somuncu. Die Talkgäste versuch6ten etwa eine halbe Stunde lang, den russischen Präsidenten nicht nur als eiskalten Machtmenschen und Aggressor darzustellen, sondern pochten auch darauf, historische Zusammenhänge und Fehler der EU-Politik in den Vordergrund zu rücken.

Die EU möchte noch vor dem nächsten EU-Gipfel am Donnerstag neue Sanktionen gegen die von Russland annektierte Halbinsel Krim beschließen. Diplomaten teilten mit, dass vor allem Investitionen in den Bereichen Energie, Öl- und Gasförderung, Transport, Verkehr und Telekommunikation davon betroffen seien. Auch die USA planen neue Strafmaßnahmen gegen Russland, berichtet zeit.de.