Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

RBTH meldet: Russlands Wirtschaft wird weniger wachsen als erwartet, denn der anhaltende niedrige Ölpreis macht ihr zu schaffen – die Exporteinnahmen sinken. In der Zukunft könnte der Preis für das schwarze Gold wegen des weltweit wachsenden Energiebedarfs aber wieder steigen. Wenn der Ölpreis im Jahr 2015 auf 60 US-Dollar pro Barrel fallen sollte, droht der russischen Wirtschaft der Abstieg. Fallende Ölpreise bedrohen aber nicht nur die russische, sondern auch die globale Wirtschaft, vor allem in den Erdöl exportierenden Ländern. Das könne sich auch negativ auf die soziale Stabilität dieser Länder auswirken.

Die OPEC-Entscheidung hat das Tempo das Kursverfalls des russischen Aktienmarkt kräftig beschleunigt. Doch nicht nur der Aktienmarkt wankt, sondern die gesamte russische Wirtschaft. Warum eine neue Russland-Krise drohen könnte, überlegt format.at.

Im Konflikt mit Russland zeigt die Nato Zähne. Das Militärbündnis will mit Hilfe Deutschlands schon 2015 eine Eingreiftruppe aufstellen, die notfalls binnen weniger Tage nach Polen oder ins Baltikum entsandt werden könnte. Zudem verstärkt die Nato die Unterstützung für die Ukraine und schließt auch eine Mitgliedschaft des Landes nicht aus, wie Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in Brüssel deutlich machte. Russland reagierte mit der Ankündigung neuer Marinemanöver, meldet die Sächsische Zeitung.

taz.de meldet aus Moskau, dass mehrere Tausend Angestellte des russischen Gesundheitswesens am Wochenende in vierzig Regionen Russlands gegen die laufenden Reformen im Gesundheitsbereich demonstriert haben. In Moskau nahmen nach Schätzungen der Veranstalter rund 5.000 Menschen an der Demonstration teil. Es war damit die größte sozialpolitische Protestaktion der letzten drei Jahre.

Baden-Baden bangt wegen der Ukraine-Krise um seine russischen Gäste. Ihre Zahl hat schon um zehn Prozent abgenommen. Die Oberbürgermeisterin wünscht sich nun Friedensgespräche im Kurort. „Mit Russen mache ich eher positive Erfahrungen“, sagte die Oberbürgermeisterin in einem Interview der Zeitung Welt.

Russland ist angeschlagen und deshalb besonders gefährlich. Wir sind zwar lange nicht im Kalten Krieg mit Putins Reich. Doch der Westen muss über mehr als neue Sanktionen nachdenken. Michael Stürmer analysiert in der Welt die Situation Russlands in der jetzigen Ölkrise.

Im Zuge seiner Aufspaltung trennt sich Eon nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ auch von seinem Russland- und Brasilien-Geschäft. Sie sollen in die neue Gesellschaft übergehen, in die Eon seine konventionellen Kraftwerke und insgesamt 20.000 Mitarbeiter auslagert. „Wir bündeln hier auch das von Eon Russia geführte Erzeugungsgeschäft in Russland sowie die Beteiligung am russischen Gasfeld Yushno Russkoye, an der Nord-Stream Pipeline und an der brasilianischen Eneva“, heißt es in dem Redemanuskript von Eon-Chef Johannes Teyssen für die heutige Pressekonferenz, das der Rheinischen Post/RP Online vorliegt. OTS: Rheinische Post

Währungskrise in Russland: Rubel-Absturz kann Putin kaltlassen, meldet spiegel-online. Der Rubel ist im freien Fall, seit Anfang des Jahres hat er mehr als 40 Prozent seines Wertes verloren. Droht Russland nun die Pleite? Eher nicht – denn paradoxerweise hilft die schwache Währung, den sinkenden Ölpreis auszugleichen. „Der Rubelverfall sichert den Staatshaushalt gegen den sinkenden Ölpreis ab“, sagt der in Moskau ansässige Analyst Chris Weafer. Russland bekommt auf dem Weltmarkt zwar weniger Dollar pro Barrel Rohöl. Für jeden Dollar bekomme das Land aber mehr Rubel, um Renten und Beamtengehälter zu bezahlen. Die Währungskrise lässt die Öleinnahmen mitunter sogar steigen: Ein Barrel brachte Russland zuletzt 3600 Rubel ein, hat die russische Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ ausgerechnet, 2012 waren es dagegen nur 3200 Rubel, meldet spiegel-online.