Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

Russland sieht den neuen Realitäten auf dem Ölmarkt ins Auge und passt seine Haushaltsplanungen für das kommende Jahr an. Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew erklärte am Freitag, die Regierung werde ihre Prognose für den Ölpreis im kommenden Jahr wegen des dramatischen Preisverfalls reduzieren. Bislang unterstellt die Regierung für die Zeit von 2015 bis 2017 einen Ölpreis von 100 Dollar. In Folge der Opec-Entscheidung vom Donnerstag, die Fördermenge nicht zu senken, ist der Preis für ein Barrel (das Fass zu 159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mittlerweile auf rund 73 Dollar abgestürzt, schreibt handelsblatt.com.

rbth.com titelt: Schweiz schießt mit Sanktionen gegen Russland ein Eigentor. Nachdem die Schweiz nach Angaben des „Wall Street Journals“ bereits im August dieses Jahres den Lebensmittelproduzenten der Europäischen Union untersagt hatte, für ihre Waren nach Russland den Umweg über die Schweiz zu gehen, hat sie nun vor gut zwei Wochen eine Verschärfung ihrer seit Sommer geltenden Sanktionen gegen Russland beschlossen. Doch das könnte bald zu ihrem eigenen Nachteil werden, denn die neuen Sanktionen könnten zu einem Abfluss russischen Kapitals aus der Schweiz führen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten meldet: Polnischer EU-Vize rechnet mit Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Die USA planen die Stationierung von weiteren Panzern in Polen, Rumänien und Bulgarien. Der Vize-Präsident des EU-Parlaments Jacek Saryusz-Wolski rechnet mit einem großen Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Der Kreml hingegen stockt sein Militär auf der Krim auf.

Die Moldauer – egal welcher Ethnie oder Sprache – interessieren sich eigentlich mehr für ihre Pensionen und die Gehälter als für Geopolitik. Während die geopolitischen Großmächte eine Entweder-Oder-Politik betreiben, wollen die meisten Leute in einem „Sowohl-als-auch-Staat“ leben. Denn beide Märkte, der EU-Markt und der russische Markt sind für sie wichtig. „Nur die wenigsten entscheiden wegen der geopolitischen Lage wem sie ihre Stimme geben“, sagt die Vizepräsidentin des Parlaments Liliana Palihovici. derstandart.at beleuchtet die Situation Moldawiens.

Die Frankfurter Allgemeine titelt markant und arrogant – früher sagte man „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ oder beim Militär „steh‘n Sie bequem der Anschiss dauert länger“ – „Merkel rechnet mit Putin ab“ und bringt einen Ausschnitt aus Merkels Rede vor dem Bundestag.

Das neugewählte ukrainische Parlament hat in seiner ersten Sitzung den seit Februar regierenden Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk im Amt bestätigt. Für Jazenjuk, der in einer Rede die Einheit des Landes beschworen hatte, stimmten 341 von 390 Abgeordneten. Die konstituierende Sitzung stand ganz im Zeichen des Konflikts mit Russland, zumal in Brüssel praktisch zeitgleich neue EU-Sanktionen gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine beschlossen wurden, schreibt DIE WELT.

„OPEC bringt Russland mit Förder-Entscheid in Bredouille“, meldet boerse-online.de und fährt fort: Die OPEC unternimmt nichts gegen den rasanten Ölpreis-Verfall und verschärft damit die Haushaltsprobleme Russlands. Saudi-Arabien blockierte am Donnerstag bei dem Treffen des Öl-Kartells in Wien die von ärmeren Mitgliedern wie Venezuela und dem Iran geforderte Drosselung der Förderung. Russland, das rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht, gehen durch den fallenden Ölpreis nach eigener Auskunft bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich verloren.

Der russische U-Boot-Zerstörer „Seweromorsk“ der russischen Nordflotte sowie weitere Schiffe passierten den Kanal zwischen dem französischen Calais und dem britischen Dover, wie die Marine mitteilte. Der Verband, zu dem auch das Landungsschiff „Alexander Otrakowski“, ein Schlepper und ein Tanker gehören, sei wegen eines Unwetters in die neutralen Gewässer einer Seine-Bucht eingelaufen, hieß es, meldet t-online.de. Ungeachtet der Tatsache, dass sich die Schiffe in internationalen Gewässern aufhalten, nimmt sich die Bundesregierung das Recht heraus, dieses Manöver zu kritisieren.

Laut der österreichischen kleinezeitung.at prüfen Apfelbauern Klagen gegen die EU und Russland. Russisches Embargo kostet die steirische Landwirtschaft alleine in diesem Jahr mehr als 60 Millionen Euro. Die Apfelbauern bereiten jetzt wegen der Existenzbedrohung eine Klage vor.