Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

handelsblatt.com meldet: Russlandreisende müssen vom 10. Dezember 2014 an beim Beantragen eines Visums ihre Fingerabdrücke digital speichern lassen. Präsident Wladimir Putin habe einen entsprechenden Ukas unterschrieben, teilte der Kreml am Dienstag in Moskau mit. Damit reagiere Russland auch auf ähnliche Regeln in der EU und den USA, hieß es.

Schwelt in der großen Koalition ein Streit über die Russland-Strategie? Während Kanzlerin Merkel Putin harsch tadelt, gibt sich Außenminister Steinmeier versöhnlich. Doch der Eindruck täuscht. Und sollten beide doch sauer sein, dann auf einen dritten. sueddeutsche.de spekuliert über das Verhältnis Steinmeier – Merkel.

Westliche Geheimdienste führen Cyber-Krieg gegen Russland, titelt Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten: Im Zuge des Kalten Krieges weitet sich der Kampf im Internet aus. Die Cyberangriffe auf russische Unternehmen und Regierungs-Organisationen mehren sich. Sicherheitsfirmen warnen vor einer hoch komplexen Spionage-Software namens Regin. Hinter dem Trojaner sollen westliche Geheimdienste stecken.

n-tv.de schreibt über „Machtspiele am Ölmarkt“ und fragt „Komplott gegen Russland?“ Die OPEC steht diese Woche in Wien vor einer Zerreißprobe. Im Fokus stehen nicht nur der Preisverfall, sondern auch die neuen Machtkonstellationen am Ölmarkt. Viel Raum für Verschwörungstheorien. Ganz so klar, wie die Fronten auf dem Ölmarkt momentan gezeichnet werden, sind sie eben nicht. Von einem Krieg kann keine Rede sein. Dass politische Kräfte mitwirken, kann man wohl aber nicht abstreiten. Es verspricht, spannend zu werden.

„Wer an Russland glaubt, soll in den Ruhestand“, titelt die Welt und „Lothar de Maizière soll den Vorsitz des Petersburger Dialogs abgeben. Nicht nur in der CDU wachsen Zweifel, ob das russlandfreundliche Forum noch Sinn ergibt. Doch ein Neustart birgt Schwierigkeiten.“ Nach langem Beleuchten der Hintergründe steht der wichtigste Satz am Ende: „Ob und wie sich der Petersburger Dialog verändert, darüber kann das Kanzleramt auch nicht einfach verfügen. Denn organisiert ist das Forum als gemeinnütziger Verein. Und über dessen Satzung bestimmen nicht Angela Merkel oder Andreas Schockenhoff. Sondern allein die Mitglieder.“ Und zu diesen Mitgliedern gehören paritätisch auch Russen.

Die »Friedrich Naumann Stiftung Für die Freiheit« fragt „Wie weiter mit Russland?“ und antwortet mit Vladimir Ryshkov, liberaler Oppositionspolitiker und Kolumnist der „Novaya Gazeta“, Mahnung „Hüten Sie sich bitte vor Vereinfachungen“. In einer Diskussion über „Wege zum Dialog mit Politik und Gesellschaft“, moderiert vom Moskauer Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF), Julius von Freytag-Loringhoven, versucht er ein differenzierteres Bild Russlands zu zeichnen, als es zumeist durch die Medien vermittelt wird.

Die Strafmaßnahmen der USA und der EU wirken sich drastisch auf die russische Wirtschaft aus. Dennoch will der Kreml das Geschäft mit Europa nicht einschränken, wie Wirtschaftsminister Uljukajew versichert, meldet die Deutsche Welle.

Die deutsche Debatte über die Ukraine ist stark fixiert auf Russland. Das hat historische Wurzeln – und schürt in den kleineren Staaten Mittelosteuropas die Angst vor einem neuen deutsch-russischen Arrangement auf ihre Kosten. M. Beermann und F. Vollmer beschreiben in der Rheinischen Post diese historischen Wurzeln.