Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

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Die NATO-Führung hat am Mittwoch Berichte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigt, wonach Russland seine militärische Präsenz im Osten der Ukraine massiv ausbaut. Mit Sanktionen ist Putin nicht mehr beizukommen, warnt die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera und fordert einen NATO-Einsatz: „Selbst wenn die meisten Experten die Gefahr eines Einsatzes von Atomwaffen für übertrieben halten, gilt bei vielen der Beginn eines konventionellen Kriegs in der Ukraine für möglich. Er hat vielleicht bereits begonnen. … Wenn das Atlantische Bündnis jetzt wieder verpasst, angemessen zu reagieren, hat Putin sein wichtigstes Ziel erreicht: Zu zeigen, dass der Westen ein Papiertiger ist. Die EU hat gestern sogar neue Wirtschaftssanktionen ausgeschlossen. Ein Russland voller Atomsprengköpfe, bereit die europäische Landkarte aufzulösen, verlangt adäquatere Antworten aus Washington und Brüssel.“

Deutsche Wirtschafts Nachrichten melden: Die Londoner Denkfabrik European Leadership Network hat 40 Vorfälle der vergangenen acht Monate dokumentiert, die sich zwischen der NATO und Russland abgespielt haben. Das Eskalations-Potential dieser Vorfälle sei groß gewesen. Deshalb fordert die Denkfabrik die Errichtung diplomatischer und militärischer Kanäle zwischen Russland und der NATO.
Die Veröffentlichung des Berichts erfolgte kurz nach der Warnung Michail Gorbatschows, wonach die „Welt am Rande eines neuen Kalten Krieges“ stehe. Zudem erscheint der Bericht zu einem Zeitpunkt, an dem die Kämpfe in der Ostukraine erneut aufgeflammt sind und sich intensiviert haben. Zuvor hatte die ukrainische Regierung gemeldet, dass die Rebellen mit neuen schweren Waffen aus Russland ausgestattet wurden. Es sollen auch Verbände aus Russland in den Osten eingesickert sein.

Zum Ukraine-Konflikt melden:
web.de: „Petro Poroschenko: Russland heizt Ukraine-Krise an“
t-online.de: „Waffenruhe in der Ostukraine vor dem Zusammenbruch“
taz.de: „Mehr Panzer, Raketen und Kämpfer“
Deutsche Wirtschafts Nachrichten: „NATO meldet: Russland marschiert in die Ost-Ukraine ein“
abendzeitung-münchen.de: „Waffenruhe in der Ostukraine vor Zusammenbruch“
zeit.de: „Vereinte Nationen sehen Waffenruhe vor dem Aus“

Die FIFA-Ethikhüter haben keine Einwände gegen die umstrittene Fußball-WM 2022 in Katar – und auch Russland als Gastgeber des kommenden Turniers 2018 ist von den seit langem schwelenden Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden, meldet focus.de/sport.

Russland lässt gegenüber den USA die Muskeln spielen: Langstreckenbomber sollen künftig Patrouillenflüge bis in die Karibik und den Golf von Mexiko fliegen, kündigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch in Moskau an. Das Weiße Haus sieht darin eine Provokation, schreibt die Welt.
Die Welt meldet außerdem: Unnötige Muskelspiele vor dem G-20-Gipfel oder legitimes Manöver? Russland hat einen beträchtlichen Teil seiner kleinen Pazifikflotte Richtung Australien in Bewegung gesetzt – insgesamt vier Kriegsschiffe. „Müssen wir uns Sorgen machen?“, fragten australische Moderatoren im Fernsehen. Eine Zeitung titelte gar „Stoppt die Boote!“.