Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

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Eine Leitzinserhöhung um gleich 1,5 Prozentpunkte überraschte zwar die Experten, ließ die Märkte aber kalt: Gleich danach fiel der Rubel weiter – wie gehabt. Für Zentralbank-Chefin Elvira Nabiullina wird’s jetzt eng, meldet das österreichische Wirtschaftsblatt.

Das chinesische Unternehmen Solar Systems könnte bald zum größten Solar-Investor Russlands aufsteigen. Im Reich der Mitte plant man nun in der autonomen Republik Tatarstan in Zentralrussland die Errichtung einer Mega-Solar-Anlage, weiß EurasiaNews zu berichten. Olga Bykova, Investitionschefin von Solar Systems, bestätigte gegenüber dem russischen Blatt Vedomosti, dass man im Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde US-Dollar rechne, das den russisch-tatarischen Solar-Markt in Kürze erreichen werde. Solar Systems ist eine Tochtergesellschaft des chinesischen Konzerns Amur Sirius.

Durch die warme Witterung im September und Oktober startet die Heizsaison bei vielen Konsumenten heuer verzögert. Für die Herbst- und Wintermonate sind die Gasversorger gut gerüstet, meldet die österreichische Nachrichtenagentur apa.ots. „Die österreichische Erdgaswirtschaft begrüßt das Verhandlungsergebnis zwischen Russland und der Ukraine zur Wiederaufnahme von Gaslieferungen“, kommentiert Mag. Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands der Gas- und Wärmeunternehmungen die jüngsten internationalen Entwicklungen. „Die russischen Gaslieferungen nach Österreich zeichnen sich durch fast 50 Jahre gute Partnerschaft, Stabilität und Zuverlässigkeit aus.“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist der Ansicht, dass die Konflikte im Nahen Osten nicht gelöst werden können, „ohne dass Russland eine Rolle spielt“. Daher sei es entscheidend, eine Balance zwischen notwendigen Sanktionen und Verhandlungen mit Russland zu finden, sagte Gabriel bei der „Zeit Matinée“, meldet die dts Nachrichtenagentur. Zudem könne der Völkermord in Syrien und im Irak nicht allein durch militärische Interventionen verhindert werden.

Der Westen hätte sich in der Ukraine-Krise klüger verhalten können, schreibt Altkanzler Kohl laut einem Bericht der F.A.S. in seinem neuen Buch. Er warnt davor, „alles zu verspielen, was wir schon einmal erreicht hatten“.

Der offizielle Sprecher des ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrij Lysenko, behauptete am Sonntag, Russland bewege weiterhin „intensiv“ Truppen und militärische Ausrüstung in die Ostukraine, meldet die dts Nachrichtenagentur. Die genaue Zahl der Fahrzeuge sei allerdings nicht bekannt. Russland erklärte, ein weiterer Konvoi mit russischen Hilfsgütern habe die Ostukraine erreicht. In den ostukrainischen Regionen Donezk und Lugansk halten die prorussischen Kräfte am Sonntag Wahlen ab. Kiew hält die Abstimmung für verfassungswidrig, die zuständigen Behörden leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen „illegaler Machtübernahme“ ein. Auch die EU und die USA kritisierten die Abstimmung, Russland hingegen erklärte, man werde das Wahlergebnis anerkennen.

Die Süddeutsche schreibt, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine und führende russische Politiker haben die umstrittenen Wahlen im Konfliktgebiet Donbass für gültig erklärt. Die Abstimmung über die Parlamente und „Republikchefs“ der selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk seien nach internationalen Standards abgelaufen, sagte der prominente russische Außenpolitiker Leonid Sluzki.