Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

Trotz all der Razzien und der Gesetzesvorschläge bleibt Spice leicht zugänglich, selbst in der Hauptstadt. Das haben VICE News zumindest Moskauer Bürger erzählt, die die Substanz schon mal probiert haben. Man könne die Telefonnummern von Dealern in Internetforen finden. Außerdem gebe es zahlreiche Internetseiten, über die man Räuchermischungen bestellen kann. Die Moskauerin Uljana, die ihren Nachnamen nicht nennen wollte, sagte uns, dass man die Droge immer noch an einigen Kiosken kaufen könne. „Wenn du weißt, was du suchst, gehst du einfach hin, hältst 500 Rubel hin und sagst, dass du ein schwarzes Viereck haben willst. Und das bekommst du dann auch”, sagte sie und benutzte dabei den Slang-Ausdruck, der sich davon ableitet, dass Spice häufig in kleinen schwarzen Päckchen verkauft wird.
Ein ausführlicher Artikel bei vice.com

Der neue kalte Krieg wird teuer, schreibt taz.de und behauptet, „in vielen Supermärkten rund um Moskau [würden sich] langsam die Regale leeren“. Außerdem zeigten die Sanktionen gegen Russland unerwünschte Folgen im Westen, räumt die EU-Kommission ein. Und Russlands Wirtschaft geräte tiefer in die Krise. Der Handelskrieg könne einige EU-Länder zurück in die Rezession treiben. Dies geht aus neuen Schätzungen der EU-Kommission hervor. Hohe Kosten drohen der EU auch im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine.

Die Automobil Produktion berichtet: Wie schlimm es um den russischen Automarkt bestellt ist, offenbaren Absatzzahlen für die ersten neun Monate: Unter den 30 größten Herstellern reicht die Spannweite von -40 Prozent beim Absatz bis +20 Prozent. Am schlimmsten erwischt hat es Ford mit -42,4 Prozent. Zu den wenigen Gewinnern zählt Mercedes-Benz.

Artikel der Nachrichtenagentur RIA Novosti:
Russlands Gold- und Devisenreserven  sind laut der russischen Zentralbank in der Woche vom 17. bis 24. Oktober um ein Prozent bzw. 4,7 Milliarden US-Dollar auf 439,1 Milliarden US-Dollar gesunken. Nach dem Stand vom 17. Oktober hatten sich die Reserven auf 443,8 Milliarden US-Dollar belaufen.
Obwohl sich Frankreich offenbar  nun doch dazu entschlossen hat, den ersten Mistral-Hubschrauberträger an Russland auszuliefern, steht ein großes Fragezeichen hinter dem geplanten Übergabetermin, dem 14. November, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.
Nach der Parlamentswahl ist Kiew  erneut Schauplatz von Protestaktionen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag. Die Nationalisten protestieren gegen angeblich manipulierte Ergebnisse der Wahl vom 26. Oktober, denen zufolge die Partei Swoboda (Freiheit) mit 4,72 Prozent nach der Auswertung von 98 Prozent der Stimmzettel offenbar nicht den Sprung ins Parlament schaffen wird. Laut den Exit-Polls unmittelbar nach der Abstimmung konnte Swoboda mit 5,8 bis 6,3 Prozent der Stimmen rechnen.
Das Vorhaben der ostukrainischen  Milizen, die Wahl am 2. November abzuhalten, ist rechtmäßig und entspricht voll und ganz den Minsker Vereinbarungen, hieß es am Mittwochabend aus dem russischen Außenministerium.
Die selbsterklärten Volksrepubliken  Donezk und Lugansk (VRD und VRL) sind nicht gewillt, die Kontrolle über die Grenze zu Russland an Kiew zu übertragen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Appell der Führungen der beiden Republiken an Russland und die OSZE hervor. „Die Ukraine fordert, ihr die Kontrolle über die von uns kontrollierten Abschnitte der Grenze zu Russland zurückzugeben. Wir könnten nur darauf eingehen, die genannten Grenzabschnitte international überwachen zu lassen“.
Laut dem “Premier” der selbsterklärten  Volksrepublik Donezk (VRD), Alexander Sachartschenko, beabsichtigt die Volkswehr, in Zukunft die Hafenstadt Mariupol, die jetzt von den ukrainischen Einsatzkräften kontrolliert wird, unter eigene Kontrolle zu bringen, falls diese Frage nicht auf dem Verhandlungswege gelöst werden sollte. „Wir führen jetzt Verhandlungen über Mariupol… Wenn eine friedliche Lösung nicht zustande kommen sollte, werden wir Gewalt anwenden“, sagte Sachartschenko am Donnerstag in Nowoasowsk (Gebiet Donezk) bei einem Treffen mit Wählern.

Kurzmeldungen von Stimme Russlands:
Gasverhandlungen zwischen Vertretern Russlands, der Ukraine und der EU-Kommission sind am Donnerstagabend in Brüssel wiederaufgenommen worden. Das wurde in der belgischen Hauptstadt offiziell mitgeteilt.
Der Gaspreis für die Ukraine in Höhe von 378 Dollar je 1.000 Kubikmeter im vierten Quartal dieses Jahres und in Höhe von 365 Dollar im ersten Quartal 2015 ist durch die Formel des geltenden Vertrages zwischen „Hazprom“ und „Naftogaz“ über die Gaslieferungen in die Ukraine vorgesehen. Das hat man im Energieministerium der Russischen Föderation erklärt.
Der Premier, Arseni Jazenjuk, hat erklärt, dass die Ukraine bereit sei, mit der Tilgung ihrer Schuld für das früher gelieferte Gas zu beginnen. Seinen Worten zufolge, seien die Behörden des Landes dazu bereit, die erste Tranche in Höhe von 1,45 Milliarden Dollar binnen kürzester Frist zu überweisen. Die zweite Tranche in Höhe von 1,65 Milliarden Dollar kann die russische Seite bis Ende des laufenden Jahres erhalten.
Die Museen von Kiew werden schlecht beheizt, was zu Schäden an sehr wertvollen Ausstellungsgegenständen führen kann. Eine Mitarbeiterin des Iwan-Gontschar-Museums hat der ukrainischen Zeitung „Westi“ mitgeteilt, dass die Kälte bereits jetzt negative Auswirkungen auf Bilder und alte Möbel habe. Das Museum verfügt über Gemälde von Bellini und Velásquez. Auch die Besucher beschweren sich über Kälte und Feuchtigkeit.
Die Organisation „Recht gegen den Faschismus“ hat mehr als 200 Klagen gegen Verletzung der Menschenrechte in der Ukraine bei ukrainischen Gerichten und etwa 50 Klagen beim Europäischen Gericht für Menschenrechte eingereicht.
Gut 200 Menschen haben eine Straße in der ukrainischen Hauptstadt Kiew blockiert. Sie protestierten auf diese Weise gegen mangelnde Strom- und Heißwasserversorgung in ihren Wohnhäusern, berichtet die Agentur UNIAN unter Berufung auf Augenzeugen. Der Bürgermeister von Kiew Witali Klitschko hatte vorher angekündigt, dass sich die Einwohner auf einen harten Winter gefasst machen sollten, weil die Stadtbehörden nur die Hälfte der geforderten Gasmengen bekämen. Klitschko empfiehlt den Stadteinwohnern, Heizer anzuschaffen und die Wohnungen gegen Kälte abzudichten.