Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

„Geheimtreffen der Dax-Bosse in Moskau“ meldet bild.de. Zahlreiche internationale Top-Manager, darunter auch deutsche – wie der Metro-, der Bayer-, der E.on- und der BASF-Chef – halten ständigen Kontak mit der russischen Regierung. Sie bilden den „Foreign Investment Advisory Council“ („FIAC“), der sich in der vergangenen Woche zu einem Wirtschaftsgipfel beim russischen Ministerpräsidenten Medwedew traf.

Bei der ukrainischen Parlamentswahl an diesem Sonntag kann Präsident Petro Poroschenko auf breite Unterstützung für seinen prowestlichen Kurs hoffen, meldet die Abendzeitung. Bis zu 30 Prozent der Stimmen sagten zwei renommierte Kiewer Institute für den Petro-Poroschenko-Block voraus.

Aus Anlass der Herabstufung der russischen Bonität durch die amerikanische Ratingagentur Moody’s beschäftigt sich RBTH mit der finanziellen Situation Russlands.

Ein deutsche Ehepaar aus München hat eine antike Ikone, zwei filigrane Vasen und ein französischsprachiges Buch aus der Bibliothek von Kaiser Alexander I. an das Museum Zarskoje selo in der Nähe von Sankt Petersburg zurückgegeben, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Vorfahren des Ehepaares, zwei Soldaten aus der deutschen Wehrmacht, hatten diese als Geschenke von der Front nach Hause geschickt.

Der Chef des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), hält die aktuelle Lage in der Ukraine für „hochgefährlich“ und glaubt nicht, dass sich das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland in den kommenden Jahren komplett entspannen wird. „Da ist viel kaputt gegangen“, sagte der ehemalige Ministerpräsident Brandenburgs und SPD-Bundesvorsitzende in einem Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe) in Moskau.

FinanzNachrichten.de meldet: Der Chef der Deutschen Energie-Agentur hält es für nahezu ausgeschlossen, dass Russland seine Gas-Lieferungen nach Europa einschränkt. „Russland hat trotz Kaltem Krieg und trotz der Zerstörung der Sowjetunion immer vertragstreu Erdgas geliefert“, sagte Dena-Chef Stephan Kohler dem Magazin „Cicero“ (Novemberausgabe).

Russland und das EU-Mitgliedsland Zypern haben ein Militär-Manöver in den Gewässern östlich von Nikosia durchgeführt. Das Manöver begann am Montag und endete am Donnerstag. Über den Hintergrund des Manövers gibt es mehrere Spekulationen. Doch die Erdgas- und Ölreserven vor der Küste der Insel sind bei mehreren multinationalen Energie-Konzernen begehrt, berichtet Deutsche Wirtschafts Nachrichten.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, dass der Gegenwind im Russland-Geschäft die Opel-Mutter General Motors (GM) in Europa tiefer in die roten Zahlen drückt.

Die Welt schreibt über das zwar kleiner gewordene, aber immer noch sehr große Übel Alkoholismus in Russland, insbesondere im Hinblick auf die Folgen in der Wirtschaft.

Clemens Schmale hat sich im godmode-trader.de die Frage gestellt, wie lange Russland aufgrund der Ukrainekrise noch durchhalten kann. „Der Westen ist mit sich selbst zufrieden, weil die Sanktionen zu wirken scheinen. Ob die Wirkung auch wirklich Sinn macht, sei dahingestellt, denn Russland exportiert nach wie vor fast genauso viel wie vor den Sanktionen, importiert aber einfach weniger. Die Exporte sind leicht rückläufig, was allerdings eher den sinkenden Preisen bei Öl zuzuschreiben ist als den Sanktionen. …“

euronews.com beschäftigt sich mit den möglicherweise falschen Erwartungen Kiews und Brüssels im Zusammenhang mit einem EU-Beitritt der Ukraine und mit der Haltung Russlands.

Sergei Prokudin-Gorski war ein russischer Pionier der Farbfotographie. 1909 erregte er die Aufmerksamkeit von Zar Nikolaus II. mit einem Farbfoto von Lew Tolstoi, das ihn in ganz Russland berühmt machte. euronews.com zeigt eine Auswahl seiner Bilder. „Russland vor der Revolution in bisher unbekannten Farbaufnahmen“

Russland will Abwrackprämie für Autokäufer bis ins Jahr 2015 verlängern, meldet automobil-produktion.com. Die russische Regierung plant offenbar, die erst im September aufgelegte Abwrackprämie bis ins Jahr 2015 hinein zu verlängern. Ursprünglich solle das Programm nur bis Jahresende laufen.

Die Abgeordneten des Europa-Parlaments verurteilen entschieden, dass das russische Justizministerium den Obersten Gerichtshof angerufen hat, um die unabhängige Menschenrechtsorganisation „Memorial“ schließen zu lassen, und fordern das Justizministerium nachdrücklich auf, die Klage vor dem geplanten Verhandlungstermin am 13. November 2014 zurückzuziehen, meldet europaparl.europa.eu.

Nachrichten von RIA-Novosti:
Russland wird Rechtsmittel  gegen Frankreich einlegen, falls Paris die Auslieferung von Mistral-Hubschrauberträgern verweigert. „Wir werden die Zahlung einer Vertragsstrafe fordern“, erklärte der Chef des russischen Präsidialstabes, Sergej Iwanow, am Donnerstag im Schwarzmeerkurort Sotschi. Er erklärte außerdem, Russland werde  die für diesen Sonntag geplanten Parlamentswahlen in der Ukraine anerkennen, obwohl schon jetzt zahlreiche Verstöße gegen das Wahlgesetz registriert wurden. Ivanov nahm auch zur Erklärung Sikorskis  über den angeblichen Vorschlag einer Teilung der Ukraine mit den Worten Stellung, die Entstellung von Tatsachen über die Politik Russlands und seinen Kurs durch den Westen seien eine Lüge und ein Informationskrieg. Erklärungen über das  Vorrücken der russischen Truppen zur NATO-Grenze möchte Moskau dem Gewissen ihrer Autoren überlassen, sagte der Chef des russischen Präsidialstabes. Nach seiner Ansicht könnten die von Kiew abgelehnten  Wahlen in den selbst ernannten Republiken Donezk und Lugansk die Lage in der Ukraine stabilisieren. Zu den Sanktionen meinte er, Eine Isolation Russlands sei unmöglich. „Richtige Sanktionen können nur vom Weltsicherheitsrat verhängt werden, alles andere sind Versuche, Druck auszuüben“.
Die Volksmilizen in der  Ostukraine werden die Siedlung Jelenowka des Kreises Wolnowacha im Gebiet Donezk bereits gegen Ende November befreien. Das erklärte der Premier der selbsternannten Volksrepublik Donezk (DVR), Alexander Sachartschenko, am Donnerstag im Ersten TV-Kanal der Donezker Republik. „Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass dieses Territorium zur DVR gehört. Und wir werden uns gezwungen sehen, dieses Territorium zurückzuholen, ob mit militärischen oder friedlichen politischen Methoden. Natürlich möchten wir das Gebiet blutlos zurückholen. Aber man weiß nicht, wie es passieren wird“.
Rund sieben Wochen  nach Beginn der Waffenruhe in der Ost-Ukraine zeigt sich die Leitung der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ (DVR) enttäuscht und schließt eine Wiederaufnahme schwerer Kämpfe mit dem Militär nicht aus. „Es wird noch sehr schwere Gefechte geben“, sagte Sachartschenko am Donnerstag beim Besuch eines Krankenhauses in Donezk. „Wir werden Slawjansk, Kramatorsk und Mariupol einnehmen. Es gelingt leider nicht, die Verhandlungen in friedliche Bahnen zu lenken.
Die Beobachtungsmission  der OSZE in der Ukraine setzt Drohnen zur Überwachung der Waffenruhe zwischen Militär und Volksmilizen ein. Die ersten unbemannten Flugzeuge wurden am Donnerstag nahe Mariupol gestartet.
Die Experten aus dem internationalen  Diskussionsklub Valdai sind der Auffassung, dass ein optimales Szenario einer nationalen Aussöhnung in der Ukraine den Verzicht Kiews auf die Aggression gegen den Donbass, eine Konsolidierung der Haltungen Russlands, der EU und der USA sowie die Aufnahme von Verhandlungen der ukrainischen Behörden mit allen Regionen  des Landes (darunter mit Vertretern der Volksrepubliken) über eine Föderalisierung beinhalten muss.
Die Ukraine-Krise hat klar  vor die Augen geführt, dass die Institute, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg im euroatlantischen Raum etabliert haben, unfähig und unwirksam sind. Diese Meinung vertrat der russische Ex-Außenminister Igor Iwanow am Rande des Treffens des internationalen Diskussionsklubs Valdai.
Auf die Frage des US-Politologen  Nikolai Zlobin bei einer Gesprächsrunde des „Waldai“-Diskussionsklubs in Sotschi, wie sich die westlichen Sanktionen auf Russland auswirken, sagte Wolodin, dass es ein großer Fehler gewesen sei, zu glauben, dass die Sanktionen Russland spalten würden. Die Russen wissen genau, dass es sich bei den Angriffen auf Putin um Angriffe auf Russland handelt.
Die zunächst für Ende Oktober geplante  Freigabe des EU-Hilfspakets im Wert von 760 Millionen US-Dollar an die Ukraine ist auf Ende des laufenden Jahres verschoben worden, wie EU-Kommissionpräsident Jose Manuel Barroso in einem Telefongespräch mit  Landespräsident Pjotr Poroschenko mitteilte.

In Asien hat bisher nur Japan Sanktionen gegen Russland beschlossen. Das wurde auf Druck der USA getan, wie Tokios Bürgermeister Yoichi Masuzoe kürzlich einräumte. US-Gesandte besuchten auch Südkorea, um das Land zu antirussischen Sanktionen zu bewegen, erzielten jedoch keinen Erfolg. Die Regierung in Seoul plant keine Restriktionen gegen Moskau, wie der südkoreanische Botschafter in Russland, Wi Sung-lac, mitteilte, schreibt Stimme Russlands.