Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

Der frühere russische Vizepremier und heutige Präsident des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes Alexander Schochin hat der Welt ein Interview gegeben, in dem er sehr offen und pragmatisch über die Situation der Unternehmer und der Politik in Russland spricht.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten meldet: Analysten nervös: Russland-Sanktionen versetzen deutscher Wirtschaft „Tiefschlag“. Trotz niedriger Zinsen haben die Sanktionen gegen Russland die deutsche Wirtschaft nachhaltig getroffen. Für den Herbst fürchten Analysten nun sogar eine Rezession.

Das EU-Parlament verlangt neue Sanktionsforderungen. Doch der Ausschluss vom Bankenkommunikationsnetz SWIFT würde den gesamten Zahlungsverkehr mit Russland lahmlegen. SWIFT reagiert empört, die Finanzvorstände der Unternehmen sind entsetzt. Desirée Backhaus beschreibt ausführlich in finanz-magazin.de die Situation.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert im Rahmen von „Go East“ die Praktikantenvermittlung im Programm „Russland in der Praxis“ mit fünfmonatigen Praktika inklusive Stipendien.

Nikolaj Jolkin von Stimme Russlands interviewt das Mitglied des Bundesvorstandes der Jungen Union Norman Blevins, der als Kommunalpolitiker mit einer mehrköpfigen Delegation Moskau besucht hat.

Die Salzburger Nachrichten melden, die designierte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini habe eine Neubewertung der strategischen Partnerschaften der EU angekündigt. In ihrer Anhörung vor dem Europaparlament sagte die Italienerin am Montagabend in Brüssel: „Die Welt hat sich völlig verändert.“ In den nächsten fünf Jahren müsse die EU ihre Beziehungen zu Russland gründlich prüfen.

Der lettische Wirtschaftsminister Wjatscheslaw Dombrowski hält in einem Interview mit RIA Novosti die Abhängigkeit der lettischen Wirtschaft von Russland für essentiell. Allein wenn Russland seinen Gütertransit über Lettland stoppt, werden die Häfen und die Eisenbahn des Landes verfallen, im Transitbereich hänge Lettland zu 80 Prozent von Russland ab. Dies sei auf die geographische Lage zurückzuführen.

Die Sanktionen gegen Russland haben den europäischen Konzernen schwer geschadet, die amerikanischen Konzerne waren die Nutznießer. Die großen US-Konzerne haben ihre europäischen Wettbewerber im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn überrundet. Während die Umsätze der 300 größten europäischen Firmen stagnierten, stiegen die gemeinsamen Erlöse der US-Konzerne um fünf Prozent, wie die Wirtschaftsberatung Ernst & Young (EY) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie errechnete berichtet Deutsche Wirtschafts Nachrichten.

Der Industrielle und Ex-Vizekanzler Österreichs Hannes Androsch (SPÖ) hat die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland als kontraproduktiv kritisiert. „Wir brauchen das russische Gas, die Russen unser Geld“, sagte Androsch im Gespräch mit der APA in New York. Es sei nicht ratsam, die Einkreisungsängste der Russen zu stärken, man müsse sich stattdessen längerfristig mit Russland arrangieren berichtet diePresse.com.

Der österreichische Kurier titelt „Gäste aus Russland und China geben heuer weniger aus. Der Shopping-Tourismus erleidet heuer einen Dämpfer.“

Der ehemalige Generalsekretär der KPdSU und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, kritisiert den globalen Führungsanspruch der USA mit deutlichen Worten. Er weist die Verteufelung Russlands durch die USA zurück. Bisher hatte Gorbatschow immer eher pro-westlich argumentiert. In der Ukraine-Krise hat der Westen seiner Meinung nach eine rote Linie überschritten. Deutsche Wirtschafts Nachrichten beschäftigt sich ausführlich mit Gorbatschows neuem Buch.

Japan beabsichtigt, seine Zusammenarbeit mit Russland im Energiebereich zu aktivieren. Zu den nächsten Plänen gehören die Errichtung einer Ölraffinerie unweit von Wladiwostok und die Verlegung einer Gaspipeline von Sachalin bis Tokio auf dem Grund des Japanischen Meeres, meldet Stimme Russlands.