Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

Deutsch-Russische Wirtschaftsnachrichten: Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat heute die Schließung seines Werks im russischen St. Petersburg bekannt gegeben. Gleichzeitig verkündete GM eine grundsätzliche Neuausrichtung der Strategie am russischen Markt. In einer Mitteilung hieß es: „GM konzentriert sich in Russland auf das Premiumsegment unter Führung der Marke Cadillac sowie der legendären amerikanischen Modelle Corvette, Camaro und Tahoe.”

Telepolis: Ein russisches Schiedsgericht erließ einen brisanten Vollstreckungsbefehl für eine Zwangsräumung. Das polnische Konsulat in St. Petersburg kann von russischen Behörden gegen den Willen der dortigen Diplomaten sofort geräumt werden. Polen sei bezüglich der Miete in Rückstand und müsse sich einen billigeren Standort suchen.

Automobil Produktion: Nissan unterbricht die Fertigung im russischen Werk St. Petersburg für zwei Wochen. Grund sind die schwachen Verkaufszahlen der vergangenen Monate.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten:
Russland hat am Dienstag den Startschuss zum Handel mit Yuan-Rubel-Futures gegeben. Der Umsatz an der Moskauer Börse in chinesischen Yuan stieg im vergangenen Jahr um 700 Prozent auf 395 Milliarden Rubel, also 48 Milliarden Yuan. Peking und Moskau wollen den Dollar bei ihren bilateralen Geschäften umgehen.
Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärt in einer Mitteilung, dass die Mitglieder der UN die russische Einverleibung der Krim verurteilen und damit ebenfalls Sanktionen gegen Moskau verhängen müssen. Das folge aus einer Resolution der UN-Generalversammlung.
Der Chef des privaten US-Geheimdienstes Stratfor, George Friedman, räumt ein, dass die Intervention der Amerikaner in der Ukraine den Zweck verfolgt habe, eine Allianz zwischen Russland und Deutschland zu verhindern. An einem Sturz Putins hätten die Amerikaner dagegen kein Interesse.

Sputnik:
Geschützt von der Polizei haben sich in der lettischen Hauptstadt Riga 1500 Veteranen der Waffen-SS versammelt, um an eine Schlacht gegen die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Was sagt die EU zu dem Faschistenaufmarsch? Nichts. Und die USA? Schicken 3.000 Soldaten und Kampfpanzer zum Nato-Großmanöver ins Baltikum.
Laut Zbigniew Bzrezinski, einem namhaften Ideologen der US-Außenpolitik, sollten die USA bei der Suche nach Wegen der Beilegung der politischen Krise in der Ukraine die Interessen Russlands berücksichtigen.
Eine Gruppe von EU-Staaten will offenbar neue Sanktionen gegen Russland verhindern. Ein anderes Lager will Moskau dagegen stärker unter Druck setzen. Diese Differenzen sorgen im Vorfeld des EU-Gipfels bei Experten für Aufsehen. Der russische Vizepremier geißelt die Sanktionen unterdessen als illegitim und politisiert.
Washington gibt zu verstehen, dass seine Russland-Sanktionen solange gelten werden, bis die Krim wieder zur Ukraine gehört. Mit anderen Worten: Ein Ende ist nicht abzusehen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

shz.de: Russland hat ein von der Ukraine verabschiedetes Gesetz über den Sonderstatus für das Kriegsgebiet Ostukraine als Gefahr für den Frieden kritisiert. Der Beschluss des Parlaments in Kiew sei eine „empörende Verletzung“ des Minsker Friedensplans, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Moskau. Er forderte Deutschland und Frankreich auf, Druck auf die prowestliche ukrainische Führung zu machen.