Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

RBTH: Moty Cristal ist Professor für professionelle Verhandlungsführung in der Praxis an der Moskauer Managementschule Skolkowo. Gegenüber RBTH verrät er typisch russische Verhandlungstaktiken und plädiert für mehr Rücksicht auf kulturelle Besonderheiten.

taz: Die größte unabhängige Zeitung Russlands, Nowaja Gaseta, (Neue Zeitung) mit einer Auflage von 250.000 Exemplaren wird Anfang Mai vermutlich ihre Druckausgabe einstellen müssen. Das teilte Chefredakteur Dmitri Muratow am Donnerstag in Moskau mit. Als Gründe wurden finanzielle Schwierigkeiten genannt, wobei aber „wirtschaftliche Fragen in Russland nicht von politischen zu trennen sind“, wie Muratow erklärte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten:
Spaniens Außenminister José Manuel García-Margallo hat sich bei einem Staatsbesuch in Moskau gegen die Russland-Sanktionen ausgesprochen. Diese seien schädlich für beide Seiten. Zuvor hatten sich auch Ungarn, Italien, Griechenland und Zypern gegen die Sanktionen ausgesprochen.
Russland lehnt Schuldenschnitt bei der Ukraine ab. Die Ukraine verhandelt mit ihren Anleihen-Gläubigern über einen Schuldenschnitt, den unter anderem die EU-Bürger finanzieren müssten. Der US-Vermögensverwalter Franklin Templeton ist der größte Gläubiger. Doch auch Russland hat drei Milliarden Dollar in ukrainische Staatsschulden investiert und lehnt einen Schuldenschnitt ab.

Sputnik:
Die USA haben Vietnam aufgefordert, das Nachtanken russischer atomwaffenfähiger Bomber im ehemaligen US-Stützpunkt Cam Ranh zu verbieten. Das teilte ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit.
Russlands Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, hat die Sorge der USA darüber kommentiert, dass russische Militärflugzeuge über Südostasien fliegen, und verwies Washington auf die Nato-Flüge in der Nähe des russischen Luftraums.
Die jüngste Resolution des Europaparlaments entwertet seine Bedeutung und stört die Versuche, die Situation in Europa wieder in normale Bahnen zu bringen, heißt es am Samstag in einem Kommentar des russischen Außenamtssprechers Alexander Lukaschewitsch.

FinanzNachrichten: Die Bundesregierung will beim Frühjahrsgipfel der EU in dieser Woche durchsetzen, dass die Sanktionen gegen Russland an die vollständige Umsetzung der jüngsten Vereinbarungen von Minsk gekoppelt werden. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Regierungskreise. Widerstand gegen einen solchen Beschluss wird in Berlin aus Italien erwartet, aber auch aus Griechenland oder Zypern.

Telepolis: Die neue Seidenstraße: Pekings Ausbau der Handelswege kommt den Interessen der baltischen Staaten entgegen. Seit dem Embargo von Russland haben die baltischen Länder ein Problem – ein Großteil der Ausfuhr agrarischer Produkte gingen zuvor an die Abnehmer in Russland. In Litauen sollen 85 Prozent der Milch- und Milchprodukte zuvor an den Nachbarn im Osten ausgeführt worden sein. Die EU gleicht die Verluste der baltischen Landwirte vorerst durch Zahlungen aus.