Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

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Spiegel online: Nach dem Maidan-Aufstand floh Nikolai Asarow, damals Premier der Ukraine, nach Moskau. Im Exil träumt er von der Rückkehr an die Macht. Jetzt spricht er zum ersten Mal mit einem westlichen Medium – und erhebt schwere Vorwürfe gegen die EU.

Reuters: Ungarn setzt im Streit mit der EU über eine milliardenschwere Atomvereinbarung mit Russland auf eine rasche Einigung. Die ungarische Regierung erklärte, Euroatom habe verlangt, dass andere, nicht in Russland ansässige Unternehmen für die Belieferung der Anlage zugelassen werden. Die Verträge zum Bau der neuen Blöcke seien davon aber nicht betroffen.

Sputnik:
Früher hatte man in Deutschland Angst, der Russe kommt, heute hat man Angst, der kommt nicht mehr. Diesen Satz beziehen deutsche Medien auf die aktuell negativen Zahlen im medizinischen Tourismus. Auf die russischen Patienten sei dieser sehr stark angewiesen, erklärt der Experte Jens Juszczak.
Die Luftstreitkräfte Russlands und Serbiens werden im September eine gemeinsame taktische Übung mit Kampfjets und Hubschraubern abhalten. Am 12. März haben Luftwaffenvertreter aus beiden Staaten die Details der kommenden Übung vereinbart, wie Igor Klimow vom russischen Verteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte.
US-Senator John McCain hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert, berichtet „Die Zeit“ (Freitagausgabe). In einem ZDF-Interview warf McCain Merkel Untätigkeit vor.“Ich würde die Kanzlerin fragen, wie viele Menschen müssen noch in der Ukraine sterben, bevor wir ihnen helfen, sich zu verteidigen?“, sagte der republikanische Senator.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ein hochrangiger Sprecher des russischen Außenministeriums sagt, dass die Stationierung von russischen Atom-Waffen auf der Krim rechtlich zulässig sei. Generalstabschef Valeri Gerassimow hatte zuvor die Verstärkung der militärischen Präsenz auf der Krim, in Kaliningrad und in der Arktis angekündigt.

Automobil Produktion: Russlands Automarkt taumelt nicht, er ist im freien Fall. Alle Marken haben mit herben Absatzeinbußen zu kämpfen – alle bis auf die Premiummarken. Der Absatz in Russland ist im Februar insgesamt um 38 Prozent eingebrochen. Der eine Volumenhersteller leidet mehr, wie Opel mit Einbußen von 86 Prozent, der andere etwas weniger, wie Hyundai mit einem Minus von 5 Prozent. Richtig gut läuft es dagegen bei Mercedes.

DIE WELT: Eine Woche nach einem Vorstoß Berlins und Moskaus hat die OSZE eine Verdopplung ihrer Beobachter im Osten der Ukraine auf bis zu 1000 angekündigt. Das Mandat für die Beobachtermission werde zudem um ein Jahr bis Ende März 2016 verlängert, sagte OSZE-Sprecherin Mersiha Podzic in Wien. Unterdessen bekräftigte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Washington die deutsche Ablehnung von Waffenlieferungen an Kiew.

Deutsch-Türkisches Journal:  Rubel- und Ukrainekrise treffen auch die Türkei. Zahl der Touristen aus Russland bricht um fast 50 % ein.

Handelsblatt: Die russische Zentralbank senkt wegen der schweren Wirtschaftskrise ihren Leitzins von 15 auf 14 Prozent. Wegen der westlichen Sanktionen und dem Öl-Preisverfall befürchten die Währungshüter eine Rezession.

FAZ: Die russische Armee hat landesweite Manöver mit Beteiligung Tausender Soldaten begonnen. Die Übungen finden unter anderem auf der Halbinsel Krim und in von Georgien abtrünnigen Gebieten statt.

t-online: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat in den USA für „strategische Geduld“ im Umgang mit Russland geworben. Trotz des Ukrainekonflikts müsse sich der Westen darum bemühen, mit Moskau wieder zu einem „kooperativeren Verhältnis“ zu kommen.

diePresse.com: Trotz westlicher Debatten über einen Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Swift erhält Moskau einen Sitz im Swift-Aufsichtsrat. Der Rubel-Leitzins wurde indes weiter gesenkt.

Handelsblatt:  Rheinmetall hatte mit Russland die Lieferung und Errichtung eines Gefechtsübungszentrums vereinbart und genehmigt bekommen. Nach der Krim-Annexion wiederrief Berlin die Erlaubnis. Nun fordert der Konzern 120 Mio Entschädigung.

NEOPresse: Ein führender US-amerikanischer Think-Tank hat mehrere Szenarien für die Ukraine-Krise kalkuliert. Neben “verstärkter Destabilisierungsarbeit” seitens Russland rechnet man auch mit einem offenen Krieg, bei dem schließlich auch die NATO militärisch eingreifen würde. Der Bericht ist darauf zurückzuführen, dass russische Regierungsvertreter die Obama-Administration gewarnt haben sollen, dass russische Soldaten, sollte es zu US-Waffenlieferungen an die Ukraine kommen, verstärkt vordringen würden.