Petersburger “Soldatenmütter” vermuten erzwungenen Kriegsdienst russischer Soldaten

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Die Organisation der Petersburger “Soldatenmütter” wollen bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen möglicher Fälle von erzwungenem Kriegsdienst erstatten, schrieb Newsru.com am 23. Januar. Wie der Pressesekretär Alexander Peredruk gegenüber dem Radiosender “Echo Moskwy” sagte, erhielt die Organisation zahlreiche anonyme Anrufe besorgter Eltern.

Diese sagten, dass ihre Söhne, die in Kasernen in verschiedenen Landesregionen stationiert sind, gezwungen werden, Verträge zu unterschreiben, mit denen sie sich zum Kriegsdienst verpflichten. Peredruk hält es für möglich, dass die Wehrpflichtigen ins Kriegsgebiet in der Ostukraine geschickt werden. Es gäbe jedoch keine konkreten Beweise dafür, und die anonymen Telefone liessen sich nicht überprüfen. Die Leiterin der “Soldatenmütter” Ella Poljakowa bestätigte die Anrufe aus dem Murmansker und Leningrader Gebiet, aus Zentralrussland und Sibirien. Die Eltern hätten panische Angst, ihre Namen zu nennen, was die Arbeit der Organisation sehr erschwere.

In einem Fall habe eine Mutter einen Anruf ihres Sohns, der ihr auf Jakutisch erklärte, man würde ihn umbringen, wenn er nicht unterzeichne. Darauf habe sie sich selbst auf den Weg in die Kaserne gemacht, und man verfolge die Angelegenheit. Um die Soldaten zum Unterschreiben zu bringen, würden ihnen die Vorgesetzten mit einer Strafverfolgung drohen, sagte Poljakowa. Diese Praxis sei schon während des Kriegs in Tschetschenien und Ossetien angewandt worden.

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