Originelle Geburtstagsgrüße für Putin

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Solche Geschenke bekommt nicht jeder zu seinem Geburtstag. Mit zwei Aktionen wurde einem 64-jährigen Mann gratuliert, der nach Ansicht Vieler dafür verantwortlich ist, dass die verantwortlichen Politiker unseren Planeten nicht schon längst in die Luft gesprengt haben – nämlich dem russischen Präsidenten.

Das Verhältnis zwischen der Regierungspartei „Einiges Russland“ und der Subkultur ist im Allgemeinen mit zwiespältig wohl am besten umschrieben. Nichtsdestotrotz dürfte sich der russische Präsident Wladimir Putin dennoch gefreut haben, was sich Menschen im deutschen Dresden und in New York City auf der anderen Seite des großen Teiches zu seinem heutigen Ehrentag ausgedacht haben.

In Dresden prangte heute Morgen eine Lebensgroße Putin-Figur an der nackten Wand eines Plattenbaus in Dresden. Dass der einst schäbige Wohnblock einen neuen Anstrich bekommen hat, wäre die Erwähnung nicht wert. Jedoch handelt es sich bei besagter „Platte“ in der Radeberger Vorstadt um das ehemalige Wohnhaus des heutigen Präsidenten, in der er von 1985 bis 1990 lebte, als er in der sächsischen Landeshauptstadt noch seinen Dienst für den sowjetischen Geheimdienst KGB absolvierte.

Das Bemerkenswerte der Grußaktion, hoppla jetzt kommt’s, wurde nicht, wie eigentlich üblich, etwa mit einer Spraydose auf die Hauswand gesprüht, sondern fein säuberlich aus Papier ausgeschnitten und daraufhin aufgeklebt. Neben der Figur im dunklen Anzug prangte, ebenfalls aus Papier ausgeschnitten, die Aufschrift „Peacemaker“, zu Deutsch Friedensstifter. Ob die nette Geste gegen Mittag von den Künstlern selbst wieder entfernt wurde oder ob sie brachial von ordnungsliebenden Mitbürgern abgerissen worden ist, liegt derzeit noch im Dunklen.

In New York City wurde indes ein riesiges Banner von der Manhattan Bridge entrollt, dass das Konterfei Putins zeigte. Auch hier stand deutlich leserlich der „Peacemaker“ im Vordergrund. Zwar ist auch dieses Kunstwerk im Laufe des Tages wieder entfernt worden, aber die Botschaft war, den Sozialen Netzwerken sei Dank, sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten angekommen. Angeblich wurde diese originelle „Peacemaker“-Kampagne von  Julius Kacinskis, einem in den USA geborenen Russen, der seit 2014 auf die „positiven Seiten Putins“ aufmerksam machen will, ins Leben gerufen.

Wenn man die Meldungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter miteinander vergleicht, fällt jedoch auf, dass die Reaktionen in beiden Ländern unterschiedlich ausfielen. Während die Menschen in den USA scheinbar eher vom Ausmaß der Geburtstagsgrüße beeindruckt waren, zwitscherten die Deutschen munter ihre Hoffnungen auf ein baldiges Ende der politischen Eskalationen.

Der Kommentar eines Tierarztes aus Wiesbaden bringt es auf den Punkt: „Alles Gute zum Geburtstag. Die meisten Deutschen sind für Sie!“ Wir schließen uns den Glückwünschen an und sagen ebenfalls ein herzliches s‘ djom Roschdenja…

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.