Odessa: Schmährufe für Poroschenko [Videos aus YouTube]

Kampf der Sprechchöre beim Präsidentenbesuch

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Der ukrainische Präsident Poroschenko hat gestern die Stadt Odessa im Süden des Landes besucht. Hierbei zeigte sich, wie tief auch der mehrheitlich russischsprachige Teil des Landes gespalten ist, der von der Kiewer Regierung beherrscht wird und wie stark unter der scheinbar ruhigen Oberfläche noch der örtliche Antimaidan ist.

„Mörder“, „Der Faschismus wird nicht siegen“ und „Ruhm der Ukraine“

So gab es umfangreiche Protestchöre gegen ihn von früheren Aktivisten des Kulikowo-Feldes. Diese antimaidanische Bewegung war am zweiten Mai des letzten Jahres das Opfer der Brandstiftung des örtlichen Gewerkschaftshauses durch nationalistische Euromaidan-Anhänger mit etwa 50 Toten. Seitdem trauten sich die örtlichen Antimaidaner kaum noch zu öffentlichen Äußerungen – bis jetzt, zum Präsidenten-Besuch. „Der Faschismus wird nicht siegen“ und „Mörder“ wurde dem Oligarch hier lautstark entgegen geschrien, wie Videos der örtlichen Onlinezeitung Tajmer zeigen. Während Poroschenko die Schmährufe „überhört“,  versuchen Euromaidaner, den antimaidanischen Sprechchor mit „Ruhm der Ukraine“ zu übertönen.

Wut über Nichtaufklärung Brandstiftung

Auch bei der Abfahrt Poroschenkos setzten sich die Sprechchöre fort. Die „Mörder“-Rufe spielen an auf die unzureichende Aufklärung der damaligen Brandstiftung durch die von Kiew kontrollierten Behörden, denen die damaligen Gewalttäter ja ideologisch nahe stehen. Nähere Hintergrundinfos zu diesem Vorfall bietet der Film „Lauffeuer“, der auch bei uns online ist. Zum Schutz Poroschenkos waren zahlreiche Sicherheitskräfte vor Ort. Der Präsident nahm vor Ort an einer Kranzniederlegung teil.

Heftige Diskussionen im Nachgang des Besuchs hat Tajmer ebenfalls fest gehalten