Nato-Truppen übten die Verteidigung der „Suwalki-Lücke“

Foto: DoD via Telepolis
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[von Florian Rötzer] Nach Ansicht der Nato könnte Russland versuchen, die baltischen Staaten vom Rest Europas auf dem Landweg zu isolieren, weswegen ein Vordringen von Polen nach Litauen zur Abschreckung trainiert wurde.

Nato-Strategen haben die Befürchtung geäußert, dass Russland im Konfliktfall versuchen würde, die baltischen Staaten von der Rest-EU auf dem Landweg abzuschneiden. Im Kalten Krieg war Deutschland das Gebiet, wo ein Überfall erwartet wurde. Man erwartete, dass russische Truppen in die „Fulda-Lücke“ bis zum Rhein vorstoßen könnten. Jetzt spricht man von der Suwalki-Lücke, eine Strecke von 100 km von der russischen Enklave Kaliningrad an der polnischen-litauischen Grenze entlang bis zur Grenzstadt Suwalki. Kein Wunder ist, dass nicht nur Kaliningrad hoch gerüstet ist, sondern dass auch die Nato-Truppen hier am dichtesten stationiert werden.

Für die US- und Nato-Strategen gilt diese „Lücke“ oder dieser „Gap“ deswegen als gefährdet, weil man annimmt, dass Russland womöglich die baltischen Staaten wieder vereinnahmen möchte. Das russische Militär könnte die Verbindung auf dem Landweg zwischen Polen und den baltischen Staaten schließen und diese dann schnell mit Soldaten oder „grünen Männchen“ überrollen. Kaum vorstellbar ist, dass Moskau „Appetit“ auf die baltischen Staaten hat, die Sorge von Moskau richtet sich wohl eher auf Kaliningrad. Zu der strategisch wichtigen Enklave gibt es keinen Landweg, sie wäre hingegen von Nato-Truppen womöglich isolierbar.

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