Nasarbajew: Integration jenseits der EWU

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Der kasachische Staatspräsident Nursultan Nasarbajew spricht sich unmissverständlich für eine stärkere Integration der Eurasischen Wirtschaftsunion EWU (Russland, Kasachstan, Weißrussland, Armenien, Kirgistan) mit Drittländern und anderen Wirtschaftsblöcken aus. Seine Initiative, die im Februar auf der EWU-Webseite veröffentlicht wurde, kann auch als Aufruf gelesen werden, Wege aus der Konfrontation der EWU mit der EU zu finden.

Kasachstan als zweitgrößtes EWU-Mitglied hat vor allem den Nachbarn China im Auge. Für Peking ist das zentralasiatische Land ein elementarer Baustein bei der Realisierung des Infrastruktur-Projekts Neue Seidenstraße. Aus chinesischer Sicht ist Kasachstan als Rohstofflieferant und als logistische Drehscheibe zwischen Ost und West unersetzlich.

EWU-Binnenhandel minus 26 Prozent

Ganz offensichtlich ist Nasarbajew unzufrieden mit der gegenwärtigen, auf Autarkie und Binnensicht fixierten russischen Politik. Die Zahlen zeigen, dass er zu Recht nach Alternativen sucht. 2015 schrumpfte der kasachische Handel mit anderen EWU-Staaten um 29 Prozent. Der gesamte kasachische Außenhandel ging um 37 Prozent zurück. Seit im August 2015 die Nationalbank in Astana entschied, keine Finanzmarktinterventionen zugunsten der nationalen Währung vorzunehmen, verlor der Tenge rund die Hälfte seines Werts gegenüber dem US-Dollar.

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