Moskauerin von Pokémon vergewaltigt

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Ja, wir geben es zu: Genauso wie Sie jetzt gerade eben, haben auch wir diese Meldung zuerst für einen halbgaren Gag gehalten. Allerdings bestätigte die Moskauer Polizei die Nachricht, nachdem die Frau Anzeige erstattete. Als hätten wir es nicht schon längst geahnt, dass der vermeintliche Zeitvertreib immense Gefahren in sich birgt.

Das Monsterjagdfieber greift weltweit um sich, gleich einer Epidemie. Des öfteren hörte man bereits von Unfällen, in die die fixiert auf ihr Smartphone starrenden Benutzer verwickelt waren. Als Marketinggag ließ sich die russische „Sberbank“ sogar eine Zusatzversicherung für derlei Handicaps einfallen. Des weiteren munkelt man hinter vorgehaltenen Hand, von unwissentlichen Spionagefällen durch bewusst gesteuerte Spieler. So manche nicht-öffentliche Einrichtung, wie zum Beispiel Armeestützpunkte, haben die Verendung der App deshalb strikt verboten.

Aber eine Vergewaltigung, das ist Neuland in der Pokémon Go-Gemeinde. Im vorliegenden Fall gab eine junge Moskauerin bei der Polizei zu Protokoll, dass sie in ihrer Wohnung in der Twerskaja Straße noch spät am Abend mit ihrem Spiel beschäftigt war. Als sie jedoch wieder aufwachte, sah sie angeblich ein riesiges Pokémon, das auf ihr lag und sie gerade vergewaltigte. Das Monster ließ demnach erst von ihr ab, als sie fluchtartig das Bett verließ.

Jedoch hätte die App das Pokémon weiterhin in ihrem Bett angezeigt. Ohnehin befänden sich in ihrer Wohnung permanent viel zu viele dieser Monster. Auch der Hund könne die Pokémons um sich herum spüren. So belle er zum Beispiel jedes Mal, wenn die Frau auf ihrem Smartphone spiele, erklärte Iwan Makarov, ein Freund der geplagten Frau, gegenüber der Presse.

Nachdem sie ihrem Ehemann davon berichtete, wandte sie sich zunächst an eine Wahrsagerin. Die erklärte der Frau, dass Pokémons mittlerweile zum Alltagsleben der Menschen gehörten. Der nächste Gang führte dann auf die Polizeistation, bei der sie schließlich ihre Anzeige aufgab. Die Hüter des Gesetzes staunten indes nicht schlecht, als sie den Vorgang protokollierten. Zu guter Letzt wurden jedoch die einzig richtigen Schritte unternommen und die Frau wurde in qualifizierte medizinische Hilfe übergeben.

Aber wir haben es ja schon längst geahnt, die Gefahren von Pokémon Go sind unermesslich…

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.