Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat eine Beteiligung europäischer Staaten an den Ukraine-Verhandlungen scharf zurückgewiesen. Als Begründung verwies sie auf bevorstehende Militärübungen in Polen. Ihre Erklärung verbindet die Frage nach den Teilnehmern der Gespräche mit Moskaus Ablehnung ausländischer Truppen in der Ukraine.
„Die Europäer haben am Verhandlungstisch nichts zu suchen.“ Mit dieser Aussage hat die Sprecherin des russischen Außenministeriums am 7. November die Haltung Moskaus zugespitzt. Anlass sind die für den 9. November angekündigten Übungen „Koalition 26.2“ in Polen, die im Umfeld der bevorstehenden Gespräche zwischen Russland, den USA und der Ukraine in Abu Dhabi stattfinden sollen.
Sacharowa bezeichnete den Zeitpunkt als symbolisch. Dass europäische Staaten unmittelbar vor der Wiederaufnahme der Konsultationen militärische Manöver vorbereiteten, bestätige aus ihrer Sicht, dass sie am Verhandlungstisch keinen Platz hätten. Über die Erklärung berichteten unter anderem Kommersant, Interfax und RBC.
Die Übungen sollen vom 9. bis zum 22. November stattfinden. Nach den von RBC wiedergegebenen britischen Angaben beteiligen sich elf Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und die Türkei. Geübt werden sollen unter anderem die Verlegung von Personal und Ausrüstung, die Versorgung und der Schutz eines möglichen Kontingents sowie das Zusammenwirken unterschiedlicher Einheiten. Kommersant nennt rund 2.800 beteiligte Soldaten.
Die russische Sprecherin warf insbesondere London und Paris vor, mit der geplanten Stationierung multinationaler Kräfte in der Ukraine einen Brückenkopf für die Konfrontation mit Russland erhalten zu wollen. Nach ihrer Darstellung ignorierten westliche Staaten weiterhin russische Sicherheitsbedenken und trieben die Eskalation voran. Damit beschreibt Sacharowa die europäischen Vorhaben aus Moskauer Sicht; die von ihr unterstellten Absichten sind keine unabhängig belegte Feststellung.
Zugleich bekräftigte sie die grundsätzliche Ablehnung ausländischer militärischer Kontingente in der Ukraine. Diese gelte unabhängig davon, ob die Einheiten im Rahmen der „Koalition der Willigen“ oder unter dem Dach anderer Organisationen eingesetzt würden. Moskau betrachtet eine solche Stationierung nach ihren Worten als zusätzliche Bedrohung seiner Sicherheit.
Politisch verknüpft die Erklärung damit zwei Auseinandersetzungen: den Streit über eine europäische Beteiligung an den Gesprächen und den Konflikt darüber, wie eine spätere Sicherheitsregelung für die Ukraine aussehen könnte. Sacharowa nutzt die Vorbereitung eines möglichen Militäreinsatzes als Argument gegen die diplomatische Mitwirkung der beteiligten Staaten.
Die grundsätzliche Frage nach Europas Rolle wird durch diese Absage jedoch nicht entschieden. Unterstützung für eine Konfliktseite schließt eine Teilnahme an Verhandlungen nicht zwangsläufig aus. Sacharowas Erklärung ist deshalb vor allem eine deutliche Positionsbestimmung: Moskau weist sowohl den europäischen Anspruch auf Mitsprache als auch eine mögliche militärische Rolle europäischer Staaten in der Ukraine zurück.
Quellen: Kommersant, 7. November 2026, Interfax, 7. November 2026, RBC, 7. November 2026.
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