Moskau dementiert US-Medienbericht über Russlands „geheimes Angebot“ an Nordkorea

Moskau dementiert US-Medienbericht über Russlands „geheimes Angebot“ an Nordkorea

Russland soll Nordkorea einen geheimen Vorschlag unterbreitet haben, um die Frage der Denuklearisierung Nordkoreas zu lösen, berichtet die Washington Post am Dienstagabend. Laut der Publikation, die sich auf Quellen in den Vereinigten Staaten bezieht, fanden im Herbst Verhandlungen statt, die erst Ende 2018 bekannt wurden. Russische Behörden sollen vermeintlich die Errichtung und den Betrieb eines Atomkraftwerks in Nordkorea im Gegenzug für die Denuklearisierung des Landes angeboten haben.

In den USA wurden diese Verhandlungen zwischen Moskau und Pjöngjang als eine weitere russische Einmischung in die Atomverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea angesehen.

Nun haben Russlands Außenministerium sowie der russische Botschafter in Pjöngjang auf diesen Bericht gegenüber russischen Medien reagiert. Botschafter Alexander Mazegora dementierte am Mittwoch in Pjöngjang diese Informationen. Moskau habe sich nie mit dem Angebot an die nordkoreanischen Behörden gewandt, ein Atomkraftwerk im Austausch für den Verzicht auf Kernwaffen zu bauen. „Jedem, der etwas vom Thema versteht, muss die Torheit dieser Vermutung klar sein“, so Mazegora

Der Diplomat erklärte, dass es Nordkorea an Mitteln fehle, um die unerschwinglich hohen Kosten des AKW-Betriebs durch Russland zu decken. „Ein Atomkraftwerk kostet mehrere Milliarden Dollar“, sagte er. Der Bau des Werks wäre ebenfalls nicht rentabel, da dafür die ganze Energieinfrastruktur des Landes, einschließlich aller elektrischen Netzleitungen, modernisiert werden müsste. „Andernfalls wäre das Atomkraftwerk eine nicht weniger gefährliche Anlage als der derzeitige Nuklearbestand von Nordkorea“ so Mazegora. Die Beschaffung von Kernbrennstoffen, die Abfallentsorgung und die laufenden Betriebskosten wären für den „nicht so reichen nordkoreanischen Markt“ viel zu teuer.

Sergej Rjabkow, Vize-Außenminister Russlands, kommentierte den Artikel ebenfalls und verwies auf einen „völlig falschen Ansatz“ in der Berichtserstattung der US-Medien. „Alles, was wir im Rahmen der Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in Pjöngjang tun, entspricht in vollem Umfang den Anforderungen der Resolution des UN-Sicherheitsrates sowie unserer eigenen Gesetzgebung“, versicherte Rjabkow.

Das erste Treffen von Donald Trump und Kim Jong-un fand Anfang Juni 2018 in Singapur statt. Dabei einigten sich die Seiten darauf, auf die Denuklearisierung Nordkoreas und damit eine Verringerung des Drucks auf Pjöngjang seitens des Westens anzugehen. Kommersant teilte mit, dass Washington und Pjöngjang vereinbart hätten, Ende Februar (viertes Datum steht noch nicht fest) im vietnamesischen Danang einen zweiten US-koreanischen Gipfel abzuhalten. Es wurde auch bekannt, dass Kim Jong-un bald Moskau besuchen wird.

[hub/russland.NEWS]

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