Messerattacke in Surgut: 8 Verletzte

Messer (Symbolbild), Tropenmuseum, part of the National Museum of World Cultures, Creative Commons 3.0
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[von Roland Bathon +++ Update 17:17 Uhr Ortszeit] Zwei schwer- und sechs Leichtverletzte sind die Bilanz der Messerattacke eines Mannes in Surgut in Westsibirien.

Attacke unweit Einkaufszentrum

Der Angriff ereignete sich um 11:20 Uhr Ortszeit (08:20 Uhr MESZ) unweit des Einkaufszentrums City Mall Surgut, das daraufhin geschlossen wurde. Der Messerstecher, der von vor Ort wohnte und 23 Jahre alt war, wurde von Sicherheitskräften getötet, nachdem er auf Warnschüsse in die Luft nicht reagiert habe berichtet die örtliche Onlinezeitung Pro Surgut.

Zunächst widersprüchliche Nachrichtenlage ob Einzeltäter

Einige überregionale Medien sprachen zunächst von Mittätern, nur der Hauptangreifer sei gefasst. Der russische TV-Sender NTW meldete beispielsweise drei Beteiligte mit einer Bewaffnung aus Messern und Schusswaffen. Frühe Meldungen spachen auch von einer Bombe am Körper des 23jährigen Messerstechers, wurden aber später als Falschmeldung widerlegt.

Örtliche Zeitung veröffentlicht Video

Beide örtlichen Onlinezeitungen O Surgut und Pro Surgut sprechen mittlerweile generell nur von einem Einzeltäter, ein von Pro Surgut veröffentlichtes Überwachungsvideo zeigt einen Mann, der die Tatwaffe, das Messer vor dem Einkaufszentrum fallen lässt. Es werde untersucht, ob dieser psychisch krank gewesen sei. Auch Pro Surgut hatte zunächst drei Täter gemeldet, davon war im neueren Artikel jedoch keine Rede mehr. Das Video kursiert mittlerweile im Sozialen Netzwerk vk.com.

Schlagzeilen wegen finnischem Terror-Vorfall

Die Attacke machte in Mitteleuropa vor allem deswegen Schlagzeilen, da sich kurz zuvor im finnischen Turku ein ähnlicher Angriff mit mutmaßlich terroristischem Hintergrund und zwei Toten ereignete. Die zuständige Abteilung des russischen Innenministeriums sieht einen solchen Hintergrund in Surgut jedoch nicht als „primäre“ mutmaßliche Ursache. Die Opfer wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die örtliche Staatsanwaltschaft hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen versuchtem Mord eröffnet.

(Aktuell aus dem Ural: Roland Bathon, russland.NEWS)

 

Über den Autor

Roland Bathon
Geboren 1970 in Franken und dort seitdem wohnhaft, aber regelmäßig in Russland und mit familiären Banden dorthin. Zum Thema Russland bin ich ursprünglich über meine allgemeine Osteuropa- und Reiseleidenschaft in den 90er Jahren gekommen und habe in den folgenden Jahrzehnten das Land ausgiebig individual kennengelernt. Später habe ich auch mehrere Bücher über Russlandreisen und andere Russlandthemen mit verfasst, bis es mich Mitte des letzten Jahrzehnts mehr und mehr in die Richtung Film, vor allem den Schnitt verschlagen hat. Bei russland.RU seit 2007 zuständig zunächst für den Aufbau und bis heute die inhaltliche Schwerpunktsetzung von russland.TV. Bei Eigenproduktionen meist zuständig für den Schnitt und eine Art Schaltzentrale für viele wichtige Mitarbeiter und Kontakte.