Messerattacke in Moskauer Radiostation

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In Moskau ist ein mit einem Messer bewaffneter Mann bei einem Radiosender eingedrungen und hat die stellvertretende Chefredakteurin niedergestochen. Die Moderatorin wurde am Hals verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Der Angreifer konnte festgenommen werden, die Hintergründe der Tat sind bislang noch unklar.

Nachdem er einem Wachmann eine nicht näher bezeichnete Substanz in die Augen gesprüht habe, sei der Mann in die Redaktionsräume des kremlkritischen Radiosenders „Echo Moskwy“ im 14. Stock eines Moskauer Gebäudes gestürmt. Wie Chefredakteur Alexej Wenediktow mitteilte, sei der Mann mit einem Messer auf die Moderatorin Tatjana Felgengauer losgestürmt und habe auf sie eingestochen.

Felgengauer wurde unmittelbar nach der Tat in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert worden. Es bestehe keine Lebensgefahr, wie der Presse mitgeteilt wurde. Der Attentäter konnte nach dem Angriff noch in der Redaktion festgenommen werden. Dieie Lage in den Geschäftsräumen des Senders sei inzwischen wieder normal, hieß es. Zur Sicherheit wurde zusätzliches Wachdienstpersonal abgestellt.

Die Moderatorin und der Angreifer waren sich nicht bekannt, wie es heißt und auch die Hintergründe der Tat sind bisher noch unklar. Zudem sei der Mann laut den Behörden kein russischer Staatsbürger. Ersten Angaben zufolge hat der Täter zunächst ausgesagt, er sei telepathisch in Kontakt zu Felgengauer gestanden und habe sich von ihr verfolgt gefühlt.

Ein persönlicher Hintergrund wird von den Ermittlern nicht ausgeschlossen. Der Festgenommene soll ausgesagt haben, er hätte eine persönliche Abneigung gegen die Moderatorin, die bei dem Sender seit Jahren eine morgendliche Nachrichtensendung moderiert. Ebenso ist Tatjana Felgengauer an organisierten Kundgebungen der Oposition beteiligt.

[mb/russland.NEWS]