massiver Einbruch des Privatkonsums in 2015

Moskau GUM 2015
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Wenige Tage nach Bekanntgabe des 30-Milliarden-Dollar-Antikrisenplans hat das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung heute seine Prognose für die Entwicklung des privaten Konsums 2015 herausgegeben: minus 8,2 Prozent. Einen derartigen Einbruch bei den Verbraucherausgaben hat es selbst während der Finanzkrise 2008/09 nicht gegeben.

Wie die Zeitung Gazeta.ru mitteilt, sieht das Ministerium drei Gründe für den erwarteten Rückgang. Im Antikrisenplan seien keinerlei nachfragestimulierende Maßnahmen vorgesehen, das Staatsbudget stehe im Zeichen der Austerität und die Zinspolitik der Zentralbank erlaube keine Hoffnung auf vermehrte Privatkreditvergabe.

Vor dem Hintergrund, dass der private Verbrauch rund 15 Prozent der russischen Wirtschaftsleistung ausmacht, steht der jetzt prognostizierte Rückgang für einen nicht unerheblichen Teil der erwarteten Kontraktion der Volkswirtschaft von drei Prozent im laufenden Jahr.

Nach Angaben der Statistikbehörde Rosstat hat der Index des privaten Verbrauchs seit Entstehen des neuen Russlands nur in fünf Jahren eine negative Entwicklung genommen: 1991, 1995, 1998 und 1999 sowie 2009. Das Jahr mit dem stärksten Rückgang war 1995 mit 6,2 Prozent. Selbst 2009 betrug das Minus “nur” 5,1 Prozent.

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