Massenprügelei mit drei Toten auf Moskauer Friedhof

Massenprügelei mit drei Toten auf Moskauer Friedhof

[Hartmut Hübner] Zu einer Schlägerei zwischen rund dreihundert Angehörigen kaukasischer und mittelasiatischer Nationalität kam es gestern auf dem Howansker Friedhof im Südwesten der russischen Hauptstadt. Etwa 200 Männer aus Tschetschenien und Dagestan lieferten sich eine Auseinandersetzung mit Tadshiken und Usbeken, bei denen Knüppel, Eisenstangen, Äxte, Messer und sogar Feuerwaffen verschiedenen Kalibers eingesetzt wurden. Ergebnis: drei Tote –  ein 22jähriger Tadshike, der praktisch auf dem Friedhof wohnte und zwei bislang Unbekannte, die von einem Auto überfahren wurden. Darüber hinaus wurden 26 Verletzte, die Hälfte davon mit Schussverletzungen, in Krankenhäuser eingeliefert.

Nach dem Bekanntwerden der Auseinandersetzungen am Samstagvormittag rückten rund dreihundert Polizisten aus Moskau und dem Umland an und trennten mit Knüppeln und Warnschüssen die unerbittlich einander bekämpfenden Gruppen. Im Ergebnis wurden 111 Personen festgenommen.

Nun sind Reibereien zwischen Migrantengruppen, die auf Baustellen in Moskau arbeiten, keine Seltenheit, wie auch der Moskauer Bürgermeister für Handel und Dienstleistungen Alexej Nemerjuk einräumte. „Allerdings ist es das erste Mal, dass auf einem Friedhof eine Schlägerei dieses Ausmaßes stattfand“, erklärte er. Die Reaktion folgte promt – der Direktor des Friedhofes wurde umgehend seines Postens enthoben. Außerdem wird die Bewachung des Friedhofes verstärkt.

Grund für die Auseinandersetzung war das lukrative Geschäft auf den Friedhöfen der russischen Hauptstadt. Die dort anfallenden Arbeiten, wie Ausheben und Pflege der Gräber, werden sehr oft von Arbeitsmigranten, meist aus Mittelasien, erledigt und nicht selten mit Wissen und Duldung der Friedhofsverwaltung schwarz und gut bezahlt. Es wird auch berichtet, dass freie Grabstellen, die es in Moskau praktisch nicht mehr gibt, unter der Hand für horrende Summen verkauft werden. Dieses Geschäft auf dem angesehenen Howanski-Friedhof wollte sich offensichtlich eine Gruppierung aus dem Nordkaukasus unter den Nagel reißen.

Nach Informationen aus dem Moskauer Innenministerium wurden gegen die Festgenommenen Strafverfahren gemäß Paragraph 105 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation wegen Mordes von zwei oder mehr Personen, begangen durch eine organisierte Gruppe nach vorheriger Absprache, Paragraph 222 StGb Russlands „Ungesetzlicher Erwerb von Schusswaffen“ und Paragraph 213 StGb „Rowdytum, verübt durch eine Personengruppe nach vorheriger Absprache“ eingeleitet. (Hartmut Hübner/russland.RU)

 

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