Mariupol: Der „blutige Tag des Sieges“ [mit Videos]

Vom friedlichen Siegesmarsch hinein in einen Krieg - mehrere Tote, zerstörter Panzer - Angst vor Zusammenbruch Wasserversorgung

Mariupol im Südosten der Ukraine erscheint akuell als das Zentrum der Gewalttätigkeiten zwischen ukrainischer Armee und Nationalgarde auf der einen und separatistischen Milizen auf der anderen Seite. Während es gestern offene Kämpfe mit mehreren Toten gab, wird die Stadt von der Bevölkerung heute als weitgehend „gelähmt“ beschrieben.

Obwohl wohl auch hier die Mehrheit der Bevölkerung Separatismus nicht unterstützt, erscheinen die Sympathien der Einheimischen deutlich den Milizen zu gehören und nicht der an vielen Stellen offen beschimpften Armee. Armee und Nationalgarde haben sich heute nach gestrigen harten Kämpfen mit mehreren Toten offenbar wieder etwas zurück gezogen. Die Stimmung aufgeheizt hatten auch Gerüchte über Schüsse der Militäreinheiten auf unbewaffnete Zivilisten, die mit den Milizen nichts zu tun gehabt hätten. Die Angaben über Verletzte bei den Kämpfen schwanken zwischen 39 und 46. Hier Aufnahmen von den Kämpfen vor Ort:

https://www.youtube.com/watch?v=M5MrAZqW2H8

Vorher war offenbar auch ein Panzer der Armee zerstört worden, wobei erhebliche Schäden durch explodierende Munition entstanden:

Wegen Gerüchten über eine zusammenbrechende Wasserversorgung in Folge eines angeblich zerstörten Wasserturms horteten offenbar zahlreiche Bewohner große Wassermengen, so dass der Wasserdruck davon drohte, vorübergehend zusammen zu brechen. In der Stadt sind laut regionalen Medien weiterhin drei Waffenlager leer geräumt worden. Etwa 60 Bewaffnete hätten weiter das Polizeirevier angegriffen, das große Brandschäden davon getragen hat.

Vom friedlichen Siegesmarsch hinein in einen Krieg

Der „blutige Tag des Sieges“ wird der 9. Mai 2014 mittlerweile in der Stadt genannt, da die Kämpfe mit dem hier traditionell gefeierten Ende des Zweiten Weltkrieges zusammen fielen. Auch der gestrige Tag habe laut der örtlichen Onlineizeitung M-News „mit einem friedlichen Marsch begonnen und mit einem Krieg geendet“. Eine gewisse Berühmtheit haben auch gestrige Amateuraufnahmen erlangt, die den Durchbruch einer ukrainischen Panzereinheit durch eine Barrikade zeigen:

russland.RU hat bereits Kontakt zu örtlichen Online-Medien aufgenommen und wird weiter über die Lage in der Stadt und übrigen Ostukraine berichten.