Macron hat neuen Friedensplan für die Ukraine

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Am Montag war der ukrainische Präsident zu Gesprächen bei dem französischen Präsident Macron in Paris.

Die beiden Präsidenten vereinbarten laut »Nesawissimaja Gaseta« neue Vorschläge zur Beilegung der Ukrainekrise auszuarbeiten. Einzelheiten wurden nicht genannt, Poroschenko schloss jedoch nicht aus, dass diese als „Macron-Formel“ in die Verhandlungen eingehen würden.

Macron wollte ebenfalls keine Einzelheiten nennen, sagte nur, dass die Vorgehensweise geändert werden solle, um damit „fruchtlose Diskussionen“ zu beenden. Er rief auf, diese Vorschläge noch in der der nächsten Woche vor dem G20-Gipfel zu entwickeln und schloss nicht aus, dass sich die Regierungschefs der »Normandie-Gruppe noch innerhalb der nächsten 10 Tage treffen werden.

Kiew betrachte den G20-Gipfel als einen Wendepunkt in den Gesprächen mit dem russischen Präsidenten, schreibt die Zeitung weiter. Und der wesentliche Unterschied sei, dass die Ukraine das Problem lösen wolle, indem sie die Donbassrepubliken auflöse, Moskau jedoch deren Existenz und Anerkennung akzeptiere.

Die Spannungen innerhalb der Normandie-Vierer-Gruppe würden jedoch weiter steigen, weil die Ukraine Russland als aktiv am Konflikt beteiligt, Russland sich jedoch als Vermittler sehe.

Die Regierung in Kiew „zimmere“ zurzeit an einem Plan. Die „Antiterroroperationen“ sollten beendet und kein Kriegsrecht ausgerufen werden. Im Spätsommer beabsichtige Poroschenko, mit Washington ein Verteidigungsabkommen und einen Vertrag über Zusammenarbeit zu unterzeichnen, allerdings sei darüber bisher nichts bekannt.

Andrej Buzarov, ein ukrainischer Experte für internationale Angelegenheiten und rechtlichen Fragen, sagte: „Es ist für jeden offensichtlich, dass Macron versucht, das Normandie-format zu intensivieren und sich heftig bemüht, ein Treffen mit Putin, Poroschenko und den anderen Staats-und Regierungschefs zustande zu bringen.“ Deutschland, Frankreich und der Ukraine hätten deutlich gemacht, dass Sie zu einem Treffen bereit seien, während Russland die Pläne bisher nicht bestätigt habe.

„Die regionale und geopolitische Situation ist, dass Russland und die USA bei der Lösung der Ukrainekrise eine wichtige Rolle spielen wollen und solange kein Treffen zwischen Trump und Putin stattgefunden hat, sind die Chancen auf ein Gespräch im »Normandie-Vierer-Format« gering“, so der Experte.

[Hanns-Martin Wietek/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.