Lawrow: Russland wird sich nicht für die Interessen der USA instrumentalisieren lassenLawrow Jahrespressekonferenz Bild © kremlin.ru

Lawrow: Russland wird sich nicht für die Interessen der USA instrumentalisieren lassen

Das Hauptproblem der Beziehungen zwischen den Ländern besteht nach Ansicht Lawrows darin, dass die Vereinigten Staaten Russland nicht als gleichwertig empfinden, erklärte Außenminister Lawrow in einem Interview mit der RIA Novosti. Russland sei für die amerikanische herrschende Elite ein Objekt und die Dämonisierung Russland sei für Washington notwendig, um die Disziplin in Europa aufrechtzuerhalten und die euro-atlantische Bindung zu stärken.

„Ja, und Versuche, einen Machtwechsel in unserem Land zu bewirken oder eine Änderung der russischen Politik zu erreichen – viele in Washington leiden unter einer solchen Illusionen. Sie entspringen dem Wunsch, uns zu einem Werkzeug für die US-Interessen zu machen.“

Die Länder, die sich in eine solche Rolle fügen, seien bekannt, meint Lawrow, aber Russland gehöre nicht dazu.

Russland zu einem Objekt machen zu wollen, das sei ein Erbe des Kalten Krieges. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern würden sich nicht verbessern, bis diese Einstellung aus dem Bewusstsein der amerikanischen Elite verschwunden ist.

Russland sehe die Beziehungen zu allen Ländern für sich selbst als wertvoll an und ist dazu auch in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bereit.

„Ich wiederhole: Das Potenzial einer konstruktiven bilateralen Interaktion ist riesig. Es bleibt jedoch für viele Jahrzehnte unerfüllt. Ich denke, unsere Leute haben viel Besseres verdient, als das, was wir jetzt haben.“

Lawrow hatte davor auch darüber gesprochen, warum Russland und die USA ihre Beziehungen nicht normalisieren können, und auch über die überbordende Russophobie in der Ukraine vor den Präsidentschaftswahlen.

Lawrow sagte, Moskau sei besorgt über die Situation, die vor den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in der Ukraine herrschten.

In der Ukraine werde die Russophobie zurzeit riesig. Im Wesentlichen sei sie ein Teil der Staatspolitik geworden, zitiert RIA Novosti den Minister.

Laut Lawrow richtet sich die ukrainische Politik jetzt nicht mehr nach den Interessen des Landes und des Volkes, sondern nach den Ambitionen der Regierenden und den Empfehlungen oder sogar nach direkten Anweisungen aus dem Ausland.

Zur gleichen Zeit würden gewöhnliche Ukrainer unter den Handlungen der Behörden leiden, sagte der Minister. Als Beispiel nannte Lawrow den „ungelösten internen Konflikt“ im Osten der Ukraine.

Zur Situation, warum er die Beziehungen zwischen Russland und den USA nicht normalisieren könne, erklärte er, Moskau stehe für die Entwicklung eines Dialogs zwischen den Ländern, der auf dem Grundsatz der Achtung der Interessen der Staaten basiert.

„Bis jetzt ist es nicht möglich, in diese Richtung vorzurücken, weil Washington unfreundliche Handlungen durchführte und unablässige Versuche unternahm, mit Hilfe wirtschaftlicher, militärpolitischer und anderer Instrumente Druck auf uns auszuüben“, sagte Lawrow.

Darüber hinaus stocke die Arbeit in wichtigen Bereichen der internationalen und bilateralen Agenda wegen ähnlicher Aktionen der amerikanischen Seite.

[hmw/russland.NEWS]

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