Kurznachrichten vom 20. Februar 2017

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Russland hat im Dezember vergangenen Jahres erstmals den bisherigen Spitzenreiter unter den Erdöl exportierenden Ländern, Saudi-Arabien, überholt und ist damit die Nummer eins. So die „Gemeinsame Initiative für Erdölstatistik (JODI)“. Russland förderte 10,49 Mio Barrel, Saudi-Arabien 10,46 Mio und auf Platz 3 die USA mit 8,8 Mio Barrel.
[Quelle Bloomberg]

Der frühere stellvertretende russische Außenminister Andrej Fedorow  sagte NBC-news, Putin bereite sich intensiv auf ein Gespräch mit Trump vor, indem er u.a. ein 7-seitiges psychologisches Dossier über Trump studiere. Dieses wurde von ehemaligen Diplomaten und Putins Stab erstellt und charakterisiert Trump als „Risikofreudig und manchmal naiv“. Als Grundlage des Dokuments dienen die letzten drei Monate und besonders die letzte Woche.
[Quelle NBC-news]

Der „Friedensplan“ des ukrainischen Abgeordneten Artemenko sieht vor, dass Russland seine Truppen aus der Ost-Ukraine abzieht und die Krim für 50 oder 100 Jahre von der Ukraine pachtet. Darüber hinaus schreibt Artemenko, er habe Beweise – wie Namen von Firmen oder Geldüberweisungen, die auf die Korruptheit des ukrainischen Präsidenten Poroschenko hinwiesen und bei dessen „Absetzung“ helfen sollten. Außerdem sei sein Plan von „hochrangigen Beratern Putins“ für gut befunden worden sein. Der offizielle Kreml bestreitet jede Kenntnis.
[Quelle New York Times]

Der Vorsitzende der Radikalen Partei im ukrainischen Parlament, Oleg Ljaschko, hat von seinem Parteigenossen Andrej Artemenko gefordert, er solle sein Abgeordnetenmandat abgeben.
[Quelle TV-Sender 112Ukraine]

„Das Außenministerium Russlands teilt mit Bedauern mit, dass der ständige Vertreter der Russischen Föderation bei der UNO, W. I. Tschurkin, am 20. Februar – ein Tag vor seinem 65. Geburtstag – plötzlich gestorben ist. Der herausragende russische Diplomat starb an seinem Arbeitsplatz. Wir sprechen den Angehörigen von Witali Iwanowitsch Tschurkin unser tief empfundenes Beileid aus“.
[Quelle mid.ru]

Die Zahl derer, die sich in den nicht anerkannten Donbass-Republiken Donezk und Lugansk nach dem Putin-Ukas über die Anerkennung der Dokumente Pässe ausstellen lassen, hat um ein Vielfaches zugenommen. Nicht zuletzt weil auch die in die Ukraine oder nach Russland Geflüchteten zurückkommen, um Pässe zu beantragen. Die Warteschlangen an der Grenze werden immer länger wegen denen, die jetzt aus geschäftlichen und familiären Gründen nach Russland reisen.
[Quelle vesti.ru]

24 % der russischen Bürger sind für die Unabhängigkeit der Volksrepubliken DVR und LVR, 18 % sind für die Aufnahme der Republiken in die RF, 8 % sind für eine stärkere Autonomie und den Verbleib in der Ukraine, 36 % sind der Meinung Russland solle neutral bleiben und sich nicht einmischen, 82 % sind für Hilfslieferungen in den Donbass – 14 % sind gegenteiliger Meinung. 1200 Personen am 5. und 6. Februar 2017 telefonisch befragt. Der statistische Fehler liegt bei unter 3,5 Prozent.
[Quelle WCIOM.ru]

Am vergangenen Donnerstag sind in Syrien vier russische Militärberater getötet und zwei weitere verletzt worden. Eine ferngesteuerte Bombe traf in die Autokolonne, die in Richtung Homs fuhr.
[Quelle TASS]

Außenminister Lawrow hat bestätigt, dass im Zusammenhang mit der Abhöraffäre von Michael Flynn herausgekommen sei, dass die Geheimdienste der USA regelmäßig die „Kommunikationen“ des russischen Botschafters Kisljak abhören und im Fall Flynn die abgehörten Protokolle an die Medien weitergegeben haben.
[Quelle TASS]

Außenminister Sergej Lawrow hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine neue Weltordnung geworben, in der die Staaten des Westens weniger Einfluss haben sollen. Er strebe eine „post-westliche Weltordnung“ an, sagte Lawrow. Kennzeichen einer solchen neuen Weltordnung müsste es sein, „dass jedes Land durch seine eigene Souveränität definiert wird“.
[Quelle dpa]

Russland ist in die europäische Sicherheitsordnung nicht eingebunden. Das führt zu Konflikten. Deshalb ist nun die Stunde für eine pragmatische Realpolitik gegenüber Moskau gekommen. Vorbild dafür könnte die neue Ostpolitik Willy Brandts sein, schlug Matthias Platzeck, der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums vor.
[Quelle Vorwärts]

Die größten Waffenexporteure waren nach Angaben von SIPRI die USA und Russland. Zusammen beherrschten sie 56 Prozent des Marktes, gefolgt von China Platz drei (6,2 Prozent). Die deutschen Exporte gingen demnach in den vergangenen fünf Jahren um 36 Prozent zurück. Im Ranking stand Deutschland mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent auf Platz 5 der Rüstungsexporteure, hinter Frankreich mit 6 Prozent an vierter Stelle.
[Quelle dpa]

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko fordert Waffenlieferungen an sein Land, da Russland von Donezk aus die modernsten Waffensysteme der Welt teste. Zur Verteidigung des Landes „brauchen wir dringend mehr defensive Waffen“, erklärte Poroschenko.
[Quelle reuters]

Das Institut für die Entwicklung des Internets und „RosTech“ haben ein gemeinsames Konsortium für die Erarbeitung russischer Programmanwendungen gegründet. Es wird die kompetentesten Fachkräfte des Landes zusammenführen, um in kürzester Zeit ein konkurrenzfähiges Produkt zu den Erzeugnissen von Microsoft und anderen westlichen Firmen zu schaffen – so ein Vertreter der Organisation. Zur Arbeit hinzugezogen werden die russischen Firmen „Redsoft“ und „Basalt“.
[Quelle kaliningrad-domizil.ru]

Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate werden gemeinsam an der Entwicklung eines leichten Jagdflugzeuges der fünften Generation arbeiten. Von russischer Seite werden an diesem Projekt der Konzern „Suchoi“ und „MIG“ teilnehmen. Wie aus der staatseigenen „RosTech“ verlautet, handelt es sich bei dem Projekt um ein einmotoriges Flugzeug auf der Basis des bewährten Jägers „MIG-29“.
[Quelle kaliningrad-domizil.ru]

Präsident Putin hat angewiesen, dass das Jubiläumsdatum der Schlacht um Stalingrad im Jahre 2018 auf hoher staatlicher Ebene zu feiern ist. Vor 75 Jahren, im Jahre 1943 leitete diese Schlacht die endgültige Wende im Großen Vaterländischen Krieg ein. Durch Putin wurde hierzu ein Ukas unterzeichnet, der die organisatorischen und administrativen Fragen regelt.
[Quelle kaliningrad-domizil.ru]

(Hanns-Martin Wietek/russland.news)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.