Krim: Schießerei in Simferopol und Grenzprobleme [mit Video]

Unbekannte schießen auf Offizielle - OSZE hängt an Grenze fest - Westukrainische Nationalisten versuchen auf Krim zu kommen - viele russische Militärbewegungen

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Aus der Krim-Hauptstadt Simferopol wird von den dortigen Onlinezeitungen ikrim.net und allcrimea eine Schießerei gemeldet, die auch von einer Handykamera vor Ort mitgefilmt wurde:

Getroffen wurden glücklicherweise nur die Reifen eines Fahrzeugs. Geschossen haben Unbekannte, im Auto saßen Offizielle der Krim-Republik. Mehr ist aus den örtlichen Pressemeldungen leider nicht zu entnehmen, ein wirklicher Überblick über die Lage fehlt auch den Journalisten vor Ort. Allcrimea, ein Sprachrohr der Krim-Tataren, meldet weiter die Bildung tatarischer Bürgerwehren. Da die Tataren im Gegensatz zur russischen Mehrheit auf der Insel eine Unabhängigkeit ablehnt, ist zwischen diesen Bürgerwehren und den russischen Selbstverteidigungskräften, in denen viele Kosaken aktiv ist, mit Unruhen zu rechnen. Auch die Onlinezeitung ikrim.net warnt vor Provokationen im Umfeld des geplanten Referendums zur Unabhängigkeit, das am 16. März stattfinden soll.

An der Grenze zur Krim hängen derweil immer noch die geplanten OSZE-Beobachter fest, denen die Einreise von dortigen Posten verweigert wird. Ebenso aufgehalten wurde laut ikrim.net ein Konvoi aus etwa 300 Fahrzeugen Am Checkpoint Tschogar, bestehend aus ukrainischen Nationalisten mit Fahnen der rechtsextremem westukrainischen UPA und Krim-Tataren. Diese seien vom neuen Gourverneur der Nachbarregion geschickt worden, der frisch von der Euromaidan-Regierung eingesetzt wurde, berichtet die Sewastopoler Onlinezeitung sevnews.info.

Kein Problem auf die Krim zu kommen hatte dagegen wieder umfangreicher Militärverkehr bei Kertsch, passenderweise kurz nach einer dortigen kleinen Friedensdemo ukrainisch gesinnter Frauen. Die dortige Fähre nach Russland wird von etwa 100 russischen Soldaten und 50 einheimischen Milizionären bewacht. Über die Lage in Kertsch werden wir in Zusammenarbeit mit unserem Partner Kertsch-FM morgen wieder in einem Filmbeitrag berichten.

Weitere Nachrichten auf der Halbinsel beschäftigten sich mit der Schließung des örtlichen polnischen Konsulats, der Verhaftung eines pro-ukrainischen Politikers am Flughafen. Für morgen sind in verschiedenen Städten von der prorussischen Fraktion Events zur Feier des „russischen Frühlings“ geplant. Gemeint ist hierbei die geplante Abspaltung von der Ukraine, die von der Bevölkerungsmehrheit voraussichtlich befürwortet wird. Entgültige Klarheit wird hier das Referendum am 16. März schaffen.

  • Dieser Bericht – wie alle von der Krim bei russland.RU – basiert ausschließlich auf Meldungen der und unseren Kontakten zur örtlichen Presse, um eine Beeinflussung unserer Berichterstattung durch deutsche oder russische Propaganda zu verhindern.