Jazenjuk will Ljaschkos Radikale Partei mit in Regierung nehmen

Arseni Jazenjuk
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[Peter Mühlbauer] Bei den Parlamentswahlen in der Ukraine, die am Sonntag stattfanden, wurde die Volksfront des Regierungschefs Arseni Jazenjuk mit gut 22 Prozent voraussichtlich stärkste Partei.

Auf Platz zwei folgt wahrscheinlich ganz knapp dahinter das Wahlbündnis des Staatspräsidenten Petro Poroschenko. An dritter Stelle kommt mit etwa 11 Prozent die Selbsthilfepartei des Lemberger Bürgermeisters Andrij Sadowyj, an vierter mit gut neun der EU-kritische Oppositionsblock, an fünfter die Radikale Partei (die bei etwa siebeneinhalb Prozent landete) und an sechster die Vaterlandspartei, die die Fünf-Prozent-Hürde nur relativ knapp überspreng. Alle anderen Parteien inklusive der Kommunisten, der Swoboda-Partei und des Rechten Sektors scheiterten an der Sperrklausel.

In der 423 Sitze umfassenden Obersten Rada hätte ein Bündnis aus Volksfront, Block Poroschenko und Selbsthilfe eine bequeme absolute Mandatsmehrheit. Jazenjuk will dem Bayerischen Rundfunk zufolge aber alle am „Euromaidan“ beteiligten Kräfte an der Regierung beteiligen – auch die Radikale Partei, deren Führer Oleg Ljaschko als Warlord agierte und die Vaterlandspartei der 2011 wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung verurteilten ehemaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die bei einem später geleakten Telefongespräch im März verlautbart hatte, sie wolle „diesem Bastard [Putin] in die Stirn schießen“.

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