Ist al-Baghdadi tot und der IS enthauptet?

Foto: TV-Screenshot
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[von Floria Rötzer] Die russische Regierung gibt sich zumindest sicher, bei einem Luftangriff in einem Vorort südlich von Raqqa den selbsternannten IS-Kalifen al-Baghdadi getötet zu haben. Der russische Außenminister gab sich gegenüber der Meldung des Verteidigungsministerium erst einmal zurückhaltend und erklärte, es gebe dafür noch keine hundertprozentigen Beweise. Solche Meldungen über die „Enthauptung“ von Gruppen, also die Tötung von Führern, würden gerne mit Tratra verbreitet, es habe sich aber gezeigt, dass die Gruppen sich reorganisieren.

Die Angriffe auf Gebäude in Raqqa waren am 28. Mai ausgeführt worden. Angeblich fand dort ein Treffen hoher IS-Führer statt, unter denen auch al-Baghdadi gewesen sein soll. Bei dem Treffen soll es um eine Verlegung von Kämpfer aus Raqqa gegangen sein. Nach Satellitenaufnehmen des russischen Verteidigungsministeriums scheint von den Gebäuden tatsächlich nur Schutt zurückgeblieben zu sein. Das Verteidigungsministerium behauptete, es seien bei dem Luftschlag bis zu 330 IS-Kommandeure und deren Wachen getötet worden, darunter der Emir von Raqqa und der IS-Sicherheitschef Suleiman al-Shauah.

Letzte Woche hieß es aus dem Außenministerium, die Tötung könne noch nicht bestätigt werden. Vergangenen Donnerstag sagte Maria Zakharova, die Sprecherin des Außenministeriums, sie habe nichts Neues zu berichten. Man ist zurecht vorsichtig, das russische Außenministerium hatte schon einmal behauptet, den IS-Führer im August 2016 getötet zu haben. Immer wieder gab es Meldungen, dass al-Baghdadi getötet oder schwer verletzt worden sei. Ins Kraut wachsen auch die Spekulationen, wo er sich aufhalten könnte.

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