IOC lässt Russland nach Rio – jeder Athlet wird einzeln geprüft

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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Sonntag grünes Licht für die Teilnahme Russlands an den Spielen in Rio gegeben. Allerdings unter der Bedingung, dass jeder einzelne Athlet vom für die jeweilige Sportart zuständigen Weltverband eine Erlaubnis bekommt. Alle ehemaligen Doping-Sünder müssen zu Hause bleiben.

In den wenigen noch verbleibenden Tagen bis zum Beginn der Spiele in Rio steht den Weltverbänden jede Menge Arbeit bevor. Mehrere hundert russische Sportler müssen auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor sie die Erlaubnis bekommen, bei den Olympischen Sommerspielen anzutreten.

Da alle Athleten, die in der Vergangenheit eine Doping-Disqualifikation aufgebrummt bekommen haben, a priori draußen bleiben, wird auch die 800 Meter-Läuferin Julia Stepanowa, die die Enthüllungen über die Doping-Praxis im russischen Sport ins Rollen gebracht hatte, auf ihre Teilnahme in Rio verzichten müssen. Die zuvor vom Sportgerichtshof geschassten 68 Leichtathleten müssen ebenfalls zu Hause bleiben.

IOC-Präsident Thomas Bach teilte zudem mit, dass keine offiziellen Personen aus dem Sportministerium Russlands eine Akkreditierung für Rio bekommen.

Erste Reaktionen aus Russland zeigen die Erleichterung nach der IOC-Entscheidung. Für Dmitri Switschtschew, den Leiter des Sportausschusses der Duma, ist sie „die beste Lösung“, denn die russischen Sportler bekämen die Chance, ihre Sauberkeit zu beweisen. Allerdings sollte diese Praxis nicht nur bei russischen Athleten angewandt werden, sondern müssten für alle gelten: „Dann wäre das Problem Doping endgültig besiegt.“

Schamil Tapischtschew, der Chef des Russischen Tennisverbandes, hält den IOC-Beschluss für „zufriedenstellend und optimal“. Aber Russland müsse nun auch selbst Konsequenzen ziehen, um mit dem Doping-Sumpf fertigzuwerden.

Sportminister Valeri Mutko gab gegenüber dem Onlineportal „R-Sport“ folgenden Kommentar ab: „Die Entscheidung des IOC ist ausgewogen, (…) sie ist objektiv und wurde im Interesse des Weltsports und der olympischen Familie getroffen. Wir danken dem IOC für diesen Beschluss.“

[sb/russland.NEWS]