Interpretationshader um Minsk-2

Debalzewo-Kessel
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Der verhaltene Pessimismus der Bundeskanzlerin nach der langen Nacht von Minsk war nicht ganz unberechtigt. Nicht nur war es eine äußerst schwere Geburt, auch der Gesundheitszustand des Kindes lässt zu wünschen übrig.

Dass beide Seiten in einem militärischen Frieden vor allem die verpasste Chance auf neue Siege sehen, wurde in den zweieinhalb Tagen zwischen der Unterzeichnung des Abkommens und dem Inkrafttreten der Waffenruhe deutlich.

Verbissen kämpften die Parteien in jenen Stunden weiter um den „Kessel von Debalzewo“ – die Regierungsseite mit dem Ziel, ihre annähernd eingeschlossenen Kameraden zu entsetzen (deren Zahl soll einige Tausend umfassen), die Aufständischen hingegen, um den Kessel dicht zu machen, ein Faustpfand in Form Tausender Gefangener zu erhalten und das Territorium dem Rebellengebiet zuschlagen zu können.

Deutlich wurde auch die brüchige Autorität des ukrainischen Präsidenten. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Minsker Vereinbarung bemerkte der Führer des “Rechten Sektors“, Dmytro Jarosch, seine Freiwilligenbataillone sähen sich durch das Dokument in keiner Weise gebunden. Jaroschs Äußerung verschwand zwar später von der Webseite des Kiewer Innenministeriums, doch das weitere Verhalten der über 30 nationalistischen Freikorps bleibt ungewiss.

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