Internationale Experten beunruhigt über Zustand des Tschernobyl-Sarkophags

Die Strukturkomponenten des Sarkophags, die den unfallbeschädigten Reaktor des AKW Tschernobyl abdecken, sind beschädigt und können aufbrechen, was zum Austritt radioaktiver Strahlungen führen kann, meinen die Experte der Organisation „Tschernobyl-Forum“. Ihre Prognose veröffentlicht heute die ukrainische Zeitung „Segodnja“.

Zugleich teilte die Pressestelle des Ministeriums für Zivilschutz der Ukraine mit, dass das Objekt „Schutzhülle“ weiterhin „erfolgreich bis zu dem Augenblick seine Funktionen erfüllen wird, bis an seiner Stelle der neue Rettungsbogen als Sarkophag gebaut sein wird“.

Der neue Mantel des Blockes wird in Form eines Bogens mit einer Höhe von 100 Metern und einer Ausdehnung von 250 Metern errichtet. Er wird auf einem sicheren Gelände in der Nähe des Objekts montiert und dann dem alten Sarkophag aufgestülpt. Die Ausschreibung für den Bau des Bogens soll Ende November erfolgen, teilte die Pressestelle mit. Im Anschluss beginnen die Arbeiten, um den neuen Mantel fertig zu stellen und zu installieren. Am Bau werden 3000 hoch bezahlte Fachkräfte mitwirken.

Nach Angaben ausländischer Experten betrug die Zahl der Opfer der Tschernobyl-Katastrophe etwa 4000 Menschen. Ungefähr 600 000 Menschen waren in Folge der Katastrophe und der Beseitigung ihrer Nachwirkungen einer erhöhten radioaktiven Strahlung ausgesetzt. Bei rund 4000 Menschen, vor allem Kindern, wurde Schilddrüsenkrebs diagnostiziert.

Der Organisation Tschernobyl-Forum gehören acht UN-Agenturen, die Weltbank, Russland, Weißrussland und die Ukraine an.

Am 26. April 1986 stürzte nach einer Explosion im AKW Tschernobyl die Decke eines Reaktors ein; es kam zu einer radioaktiven Verseuchung der Atmosphäre.