Handball-WM: „dumme“ und knappe Niederlage für Russland gegen Deutschland

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Doha – Ein paar „dumme Fehler“ und „nicht zwingend nötige Zeitstrafen“ in der zweiten Halbzeit haben den Russen laut Cheftrainer Dmitri Kuleschow den zweiten Sieg in der Gruppenphase der Handball-Weltmeisterschaft in Katar gekostet. Der Gegner am Sonntagabend hieß ausgerechnet Deutschland, das überhaupt nur durch eine überraschend verliehene Wildcard zu dem Turnier reisen durfte.

Das Spiel in Doha war ein Handball-Krimi der edlen Sorte. Die ersten 30 Minuten dominierte die russische Auswahl, die Deutschen bissen sich an der gut aufgestellten Defensive des Gegners die Zähne aus. Folgerichtig ging es mit 13:9 für Russland in die Pause.

Danach wendete sich das Blatt – Deutschland spielte befreit auf – wie die Gardinenpredigt in der Kabine wohl ausgefallen war? –, die Russen fanden ihren Rhythmus erst wieder kurz vor Schluss und schafften den ersehnten Ausgleich dann doch nicht mehr, weil sie in den allerletzten Sekunden in Überzahl an Torhüter Carsten Lichtlein scheiterten.

Das Match endete denkbar knapp mit 27:26 – für Deutschland war es der zweite Sieg in der Gruppe D, für Russland die erste Niederlage. Am Dienstag geht es für die Russen gegen Polen.

Russlands Cheftrainer Dmitri Kuleschow kommentierte die knappe Niederlage gegenüber dem Portal „Wes´ Sport“: „Natürlich sind wir enttäuscht (…). Es war durchaus realistisch, zwei Punkte zu holen, und am Ende fehlte nur ganz wenig zum Unentschieden. Die erste Hälfte haben wir gewonnen, die zweite aber in den Sand gesetzt. Da waren ein paar unnötige Fehler, dann kam die Zweiminutenstrafe – und Deutschland schaffte den Ausgleich. Alles ging also von vorne los.“

Laut Wladimir Neljubin, dem Präsidenten des Russischen Handballverbands (FGR), ist das erklärte Ziel, das Ticket für die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien zu lösen. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist das gute Abschneiden bei der jetzigen WM, um am Ausscheidungswettbewerb für die Spiele teilnehmen zu können. Dafür muss Russland mindestens den siebten Platz erreichen.

[sb/russland.RU]