GUS-Appell an Weltgemeinschaft: Tschernobyl-Sarkophag muss gesichert werden

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Die GUS-Staaten plädieren für eine zentrale Verwaltung des wissenschaftlich-technischen Potenzials und der Gelder der Weltgemeinschaft, um die Sicherheit des Sarkophags in Tschernobyl zu erhöhen.

In einem Appell der GUS-Staatschefs an die Völker der Welt aus Anlass der 20. Wiederkehr der Tragödie des KKW Tschernobyl, dessen Veröffentlichung am Vortag des denkwürdigen Datums sie auf ihrem Gipfel im August 2005 in Kasan beschlossen hatten, wird festgestellt, dass Tschernobyl trotz der äußerst aufwendigen Maßnahmen, die gleich nach der GAU und in den darauf folgenden Jahren getroffen wurden, „immer noch eine potenzielle Gefahrenquelle im Herzen Europas“ darstellt.

„Eine Minimierung dieser Bedrohung in naher Zukunft und auf der Grundlage modernster Technologien entspricht allgemeinen Interessen. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, das wissenschaftlich-technische Potenzial und die Finanzmittel der gesamten Staatengemeinschaft zentral zu mobilisieren, um die Sicherheit des Objekts ´Sarkophag´ zu erhöhen“, heißt es in dem Aufruf.

Millionen von Menschen sind wegen ihrer Hilflosigkeit gegenüber der Katastrophe in Schrecken versetzt worden. Wohnraum und Existenzmittel gingen für viele Familien verloren; das gewohnte Lebensniveau und Lebensgewohnheiten mussten einschneidend verändert werden.

Die Staatschefs würdigten den Mut und die selbstlose Aufopferung von Hunderttausenden von Nothelfern, die Schlimmeres verhütet haben. „Ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzend, kamen sie ihren Pflichten nach und schützten die Menschen vor den verheerenden Einwirkungen atomarer Verstrahlung und deren weiteren Ausbreitung“, heißt es.

Die zwölf Staatschefs unterstreichen, dass heute der komplexe Wiederaufbau der Katastrophengebiete im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen muss. Durch die verheerenden ökologischen Verwüstungen und den Wegzug von Arbeitskräften haben die Gebiete lang anhaltenden Schaden genommen. Die heute noch dort lebende Bevölkerung wie auch die Katastrophenhelfer befinden sich in einem erbärmlichen Gesundheitszustand.

Das Hauptziel der Sanierung in diesen Gebieten besteht darin, eine stabile Entwicklung in Gang zu setzen und die Wirtschaft wieder ins Leben zu rufen, wozu die finanzielle und wissenschaftlich-technische Unterstützung der Weltgemeinschaft gebraucht wird.

„Im Wissen um die präzedenzlosen Folgen der Katastrophe von Tschernobyl und ihre Auswirkungen auf viele Generationen sowie im Gedenken an die Todesopfer und die gesundheitlich Geschädigten bringen wir unsere Entschlossenheit zum Ausdruck, alles in unserer Kraft Stehende zu tun, um die Folgen zu lindern“, wird in dem Appell unterstrichen.