Fußball- und Eishockey-Wochenende: 2:1 für Petersburg

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„Das Unmögliche ist möglich“, sagte einst Zar Peter I. angesichts seiner gigantischen Reformpläne, zu denen auch der Aufbau einer Stadt namens St. Petersburg gehörte, die der alten Hauptstadt Moskau den Rang ablaufen sollte, und dies damals auch tat. Damit wurde eine Konkurrenz geboren, die Ihresgleichen suchen muss. 300 Jahre später haben die beiden russischen Metropolen nach wie vor Probleme miteinander und nutzen jede Gelegenheit, sich gegenseitig zu beweisen, wer die bessere, schnellere und schönere ist. Die vorerst letzte Gelegenheit dazu hatten sie am vergangenen Sonntag auf dem grünen Rasen und dem glatten Eis, und gleich beides passierte an der Newa.

Im Petrowski-Stadion stieg am frühen Nachmittag „das Spiel um die Meisterschaft“, wie es von der russischen Sportpresse annonciert wurde. Das spannende Match entschieden die Kicker von Zenit mit 2:1 für sich, wobei der brasilianische Legionär Hulk beide Treffer für die Petersburger erzielte und ZSKA-Neuling Strandberg zehn Minuten vor Schluss den Anschluss besorgte und das lokale Publikum mal wieder eine Zitter-Schlussphase erleben ließ.

„Der Vorjahresmeister hat dem kommenden Meister den Staffelstab übergeben?“, fragt sich „Sovsport“ nach der Begegnung. Nicht ohne Grund, denn der Vorsprung von Zenit auf ZSKA beträgt jetzt satte acht Punkte, von der restlichen Konkurrenz ganz zu schweigen.

Zweieinhalb Stunden nach Ende des Fußballkrimis ging es im Eispalast ans Eingemachte. SKA St. Petersburg hatte im sechsten Spiel des Halbfinals des Gagarin-Cups die Klubkollegen von ZSKA Moskau zu Gast. Auf den Tribünen saßen auch mehrere Kicker von Zenit, die in Siegerlaune gekommen waren, um den führenden Petersburger Eishockey-Verein nach Kräften zu unterstützen. Das gelang aufs Beste, und auch das Ergebnis war das gleiche: SKA siegte mit 2:1 und schrieb damit ein neues Kapitel in der russischen Eishockey-Geschichte:

Niemals zuvor war es einem Klub, der im Play-Off 0:3 hinten lag, gelungen, diesen Rückstand aufzuholen. SKA hat das am Sonntag zustande gebracht und die Konkurrenten aus der Hauptstadt in einen Schockzustand versetzt. Die Entscheidung fällt also am Dienstag im siebten Spiel, das ein Finale der Sonderklasse zu werden verspricht. Anpfiff ist um 19.30 Uhr Ortszeit in Moskau.

[sb/russland.RU]