Fußball: Russland startet in die WM-Qualifikation

Moskau. Die EURO 2012 ist Geschichte, jetzt beginnt die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Am Freitag fällt in Europa der Startschuss, und die russische Fußballnationalmannschaft macht gegen Nordirland in Moskau den Auftakt.

Ab Freitag stehen sich 53 Mannschaften in Europa gegenüber, die alle nur ein Ziel haben: Sie wollen bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien dabei sein. Es werden aber nur 13 Tickets für die WM 2014 an europäische Mannschaften vergeben. Die neun Gruppensieger sind direkt qualifiziert, vier weitere Plätze werden in Play-offs ausgespielt. Bis 19. November 2013 werden dann alle europäischen Nationalmannschaften feststehen, die in Brasilien antreten dürfen.

 

Die Sbornaja muss in Gruppe F gegen Portugal, Israel, Nordirland, Aserbaidschan und Luxemburg spielen. Um den Gruppensieg sollten Russland und Portugal kämpfen.

 

Russland bestreitet morgen um 17:00 Uhr (MEZ) in Moskau gegen Nordirland sein Auftaktmatch in die Qualifikation. Im ersten Match will Russlands neuer Coach Capello gleich eine Standortbestimmung abgeben. Wie dies ausfällt wird sich im Stadion Lokomotiv in der russischen Hauptstadt zeigen.

 

Capello kündigte an, eine härtere Gangart zu wollen. Die Klasse, die in diesem Team stecke, dürfe nicht durch Arroganz und Überheblichkeit verschwendet werden. Er wolle eine Elf aufbieten, die den Fans endlich wieder Freude bereiten soll. Vor seinem Debüt kehrte der neue Nationalcoach auch gleich mit eisernem Besen: Andrej Arschawin, Pawel Pogrebnjak und Roman Pawljutschenko wurden nicht nominiert.

 

Seit 2008 gehört Andrej Arschawin, der laut Medien bald Vereinskollege von Kevin Kuranyi bei Dynamo Moskau werden könnte, nicht zum Aufgebot. Arschawin selbst begründete die Nichtnominierung mit seiner fehlenden Spielpraxis. Auf der anderen Seite hat er nach der blamablen EURO 2012 keinen einfachen Stand mehr. Viele Fans verübeln dem langjährigen Kapitän, dass er sich bei einer Unterhaltung mit russischen Fans im Ton vergriffen hatte. Im Moskauer Test gegen die Elfenbeinküste (1:1) wurde Arschawin gnadenlos von den eigenen Fans ausgepfiffen.

 

Der 66-jährige Italiener Capello nimmt somit keine Rücksicht auf bekannte Namen, ihm geht es vorrangig um eine Verjüngung der russischen Fußball-Nationalmannschaft. Bereits im ersten Test gegen die Elfenbeinküste setzte Capello auf neue Gesichter wie Verteidiger Andrej Jeschtschenko von Lokomotive Moskau. „Capello legt viel Wert auf mannschaftliche Disziplin“, sagte Mittelfeldspieler Roman Schirokow von Zenit St. Petersburg. Das wäre ein wichtiger Schritt voran: Allzu oft trat die Sbornaja trotz hervorragender Individualisten nicht als Team auf.

 

Im Moment fehlen Capello in der Abwehr noch Alternativen für die in die Jahre gekommenen Sergej Ignaschewitsch sowie die Brüder Alexej und Wassili Beresutski (alle ZSKA Moskau), doch vor allem in der Offensive um den hoch gehandelten Jungstar Alan Dschagojew (ZSKA) ist der Konkurrenzkampf größer geworden.

 

Fünf Neue dürfen am Freitag auf ein Debüt im russischen Nationaltrikot hoffen: Besonders in die Jungstars Georgi Schennikow und Arseni Logaschow werden dabei große Hoffnungen gesteckt.

 

Voraussichtliche Aufstellung:

 

Akinfejew – Beresutski, Ignaschewisch, Anjukow, Schennikow, Bystrow, Denisow, Gluschakow, Dschagojew, Logaschow, Faschulin