Für freies Internet: „Die ganze Woche lang Fenster öffnen, Lärm machen, auf Töpfe schlagen“

Für freies Internet: „Die ganze Woche lang Fenster öffnen, Lärm machen, auf Töpfe schlagen“

Die russische Journalistin und Politikerin Jekaterina Duntzowa schlug vor, einen „Protest von zu Hause aus“ für ein freies Internet in Russland zu organisieren. Sie bat Putin um eine Antwort darauf, ob dies rechtmäßig sei.

Wie Duntzowa auf ihrem Telegram-Kanal schreibt, verbieten die Behörden in letzter Zeit praktisch jede Form von Straßenprotesten. Deshalb möchte sie ihren Widerstand zum Ausdruck bringen, ohne Menschen auf die Straße zu führen.

Sie ruft dazu auf, die ganze Woche über jeden Abend um 20 Uhr die Fenster zu öffnen und Lärm für ein freies Internet zu machen – zu pfeifen, auf Töpfen zu trommeln oder Musik abzuspielen –, und zwar auf jede sichere Art und Weise und im Rahmen der zulässigen Lärmgrenzwerte.

Duntsowa merkt an, dass ein solcher Protest zwar formal nicht verboten ist, „wir alle wissen aber, wie flexibel das Gesetz heutzutage ausgelegt wird“.

In diesem Zusammenhang habe sie Schreiben an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Sprecher der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, die Vorsitzende des Föderationsrates, Valentina Matwijenko, den Vorsitzenden des Untersuchungskomitees, Alexander Bastrykin, den Innenminister, Wladimir Kolokoltsev, und den Generalstaatsanwalt, Alexander Gutsan, gerichtet. Sie rief alle Interessierten dazu auf, sich ebenfalls mit dieser Frage an die Vertreter der Behörden zu wenden.

Ekaterina Duntzova ist Journalistin und ehemalige Abgeordnete der Stadtduma von Rschew. Sie wollte im Jahr 2024 bei den russischen Präsidentschaftswahlen kandidieren, doch die Zentrale Wahlkommission lehnte ihre Registrierung ab. Danach versuchte sie, eine eigene politische Partei zu gründen, doch auch diese Registrierung wurde vom Justizministerium abgelehnt.

Im Mai 2024, zwei Monate nach den Präsidentschaftswahlen, erklärten die russischen Behörden Duntzowa zur „ausländischen Agentin“.

COMMENTS