Finnisch-russische Grenzbegegnungen

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Gleich zwei Meldungen erreichten uns heute, die beide Zwischenfälle an der finnisch-russischen Grenze zum Inhalt haben. Hauptakteure bei den Ereignissen, die die Grenzbeamten beschäftigten, waren ein Personenkraftwagen und ein amerikanischer Staatsbürger, die jedoch beide ausnahmsweise rein gar nichts miteinander zu tun haben.

Bei unserem ersten Grenzzwischenfall, der sich am Grenzübergang Nuijamaa-Brusitschnow ereignete, handelt es sich um einen Toyota Landcruiser, der Im Jahr 2002 gefertigt und in Spanien 2003 der Polizei bereits schon wieder als gestohlen gemeldet wurde. Der Fahrer des SUV erklärte beim Verhör gegenüber den finnischen Grenzbeamten, dass er den Wagen für 100.000 Rubel, das entspricht etwa 1.400 Euro, in bar gekauft hätte. Laut der Grenzpolizei seien derlei „blinde“ Autokäufe relativ häufig. Der Toyota wurde daraufhin beschlagnahmt und der Fahrer des gestohlenen Fahrzeugs angezeigt.

Innerhalb des Grenzstreifens der Region Pelkola bei Imatra konnte kurze Zeit später ein 30-jähriger Mann aufgegriffen, der auf diesem Weg illegal nach Russland einreisen wollte. Der Fußgänger wurde von den finnischen Beamten bemerkt, die umgehend ihre russischen Kollegen davon in Kenntnis setzten. An der eigentlichen Grenze wurde der Mann von einer Grenzpatrouille festgehalten und nach kurzem Verhör wieder der finnischen Grenzpolizei übergeben.

Laut „Fontanka.fi“ gab die Grenzabteilung des russischen Geheimdienstes FSB bekannt, dass der amerikanische Staatsbürger nicht mehr nach Finnland zurückkehren wollte. Über die Motive des Mannes herrsche vorerst noch Unklarheit. Nun wird der Sachverhalt von den finnischen und russischen Behörden gemeinsam untersucht.

Ein US-Bürger in einem gestohlenem Fahrzeug – das wäre dann doch zu einfach gewesen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.