Arbeiten Fast Food-Ketten an der Zersetzung Russlands?

Foto: commons.wikimedia/antiburger CC BY-SA 3.0

 

Das ist kein Scherz, zumindest nicht, wenn man dem Duma-Abgeordneten Boris Tschernyschow Glauben schenken will. Heimlich würden McDonald’s und Co am Niedergang Russlands arbeiten. Er fordert deshalb, US-amerikanische Schnellimbiss-Ketten als ausländische Agenten zu registrieren.

Der 26-jährige Tschernyschow von den Liberalen Demokraten der LDPR gilt ohnehin als Hardliner in der russischen Staatsduma. Er organisierte im Jahr 2015 einen öffentlichen Protest vor der Türkischen Botschaft, als damals ein Kampfjet von deren Luftwaffe abgeschossen wurde. Er entwarf ein Jahr später ein Gesetz, das den Gebrauch von elektronischen Zigaretten in der Öffentlichkeit drastisch beschnitt. Und er setzt sich dafür ein, dass das Wahlalter auf 16 Jahre herabgesetzt wird. In der Hoffnung, dadurch mehr Mitglieder für seine Partei zu gewinnen und somit die Wahlen zu beeinflussen.

Sein neuester Coup ist nun der ernstgemeinte Vorschlag, ausländische Fast Food-Ketten als ausländische Agenten registrieren zu lassen. Tschernyschow ist der Ansicht, dass Burger und Chicken Wings aus den Schnellrestaurants eine große Gefahr für die Gesundheit des russischen Volkes darstellen. Ein entsprechender Antrag sei bereits an die Lebensmittelbehörde geschickt worden, berichtete die Zeitung RBK .

Der Politiker bemängelt unter anderem, dass in den Anzeigen dieser Ketten stets nur die guten Seiten ihrer Produkte angepriesen würden und nie die gesundheitsschädlichen.

Tschernyschow sähe es lieber, wenn die Russen einheimische Lebensmittel zu sich nehmen würden und nicht ausschließlich die schädlichen Bestandteile im Essen von McDonald’s, KFC oder Burger King, wie zum Beispiel Palmöl. Da die Russen dadurch immer dicker und kränker würden, müssten die Schnellrestaurants gebrandmarkt werden, fordert er. Damit ginge das Gesetz zur Registrierung als ausländische Agenten weit über Medien und deren Journalisten sowie vermeintliche Menschenrechtsorganisationen hinaus. Aber wie heißt es so schön? Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

[mb/russland.NEWS]