Erneut russischer Hubschauber in Syrien abgeschossen

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Der Syrieneinsatz Russlands hat heute erneut russische Todesopfer gefordert. Beim Abschuss eines Helikopters vom Typ Mi-8 starben alle fünf Besatzungsmitglieder. Laut dem bisherigen Kenntnisstand habe der Pilot noch versucht, durch ein Flugmanöver weitere Opfer zu vermeiden.

Der Hubschrauber hatte zuvor Hilfsgüter in die umkämpfte Stadt Aleppo verbracht und wurde aller Wahrscheinlichkeit nach vom Boden aus abgeschossen, teilte das russische Verteidigungsministerium inzwischen mit. Zur Zeit des Unglücks befand sich der Transporthubschrauber über der syrischen Provinz Idlib. Zusätzlich zu den drei Besatzungsmitgliedern waren noch zwei Offiziere, bei denen es sich um Vertreter des russischen Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien handelte, mit an Bord.

„Diejenigen, die sich im Hubschrauber befanden, sind nach Informationen aus dem Verteidigungsministerium tot“, teilte der Kremlsprecher Dmitri Peskow mit. „Sie starben den Heldentod, denn sie versuchten, die Maschine umzulenken, damit es so wenig Opfer wie möglich auf dem Boden gibt. Der Kreml spricht allen Familienangehörigen der getöteten Soldaten sein tief empfundenes Beileid aus.“

Der Helikopter befand sich auf dem Rückweg nach Hamaimim in Latakia, wo sich ein russischer Luftwaffenstützpunkt befindet. Bereits im Juli wurde ein syrischer Kampfhubschrauber mit russischen Soldaten bei Palmyra abgeschossen. Auch hierbei kamen alle der Insassen ums Leben. Nach offiziellen Angaben starben inzwischen insgesamt 18 russische Soldaten beim Militäreinsatz in Syrien.

Der jüngste Abschuss ereignete sich im Rahmen eines groß angelegten humanitären Einsatzes der russischen Streitkräfte, die die Einwohner der von Extremisten kontrollierten Wohnviertel in der nordsyrischen Stadt Aleppo mit Hilfsgütern versorgen. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sprach von drei eingerichteten Korridoren für Zivilisten und sich ergebenden Kampfeinheiten, die am vergangenen Donnerstag eingerichtet wurden. Dabei könne ein einzelner Transporthubschrauber bis zu 500 Hilfspakete abwerfen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.