Eishockey-WM: Norwegen wollte sich nur gut verkaufen

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Viel zu verlieren hatten sie sowieso nicht, die Norweger. Gut und teuer wollten sich die Cracks aus dem Land der Fjorde aber dennoch gegen Gastgeber Russland verkaufen. Am Ende war diese Einstellung taktisch wohl die Richtige, auch wenn Norwegen die Partie mit 3:0 verlor.

Russlands „Rote Maschine“ spekulierte auf einen besseren Viertelfinalplatz und durfte von dem her schon einmal nichts anbrennen lassen. Wie auch, der bisherige Verlauf des Turniers verlief ganz zu Gunsten der „Sbornaja“. Die Mannschaft und auch die Fans, ja eigentlich ganz Russland, erwartete daher einen lockeren Durchmarsch in dem Spiel. Wie man sich täuschen kann. Am Ende stand ein hart erzwungener Arbeitssieg.

Die Rolle der Norweger war ziemlich klar definiert. Ohne jegliche Chance auf das Viertelfinale blieb ihnen nur noch die Funktion des Spielverderbers. Und diesen Part übernahmen sie engagiert und konzentriert. Trotz mehrfachem Überzahlspiel gelang es der „Sbornaja“ nicht wirklich Druck aufzubauen. Erst zu Beginn des zweiten Drittels gelang es Ivan Telegin mit dem 1:0 etwas von der Anspannung aus der Partie zu nehmen auch wenn das ganze Spiel alles andere als souverän für die Russen verlief.

Auch die Fans im vollbesetzten Eispalast begannen zu murren. Daran änderte auch das 2:0 durch Artemi Panarin in der 38. Spielminute nichts, denn jedem war klar, wie dünn der Vorsprung immer noch sein konnte. Das unbequeme Norwegen indes sah einen kleinen Schimmer am Horizont, die Partie am Ende doch noch kippen zu können. Quasi mit der Wiederaufnahme zum letzten Drittel setzte Roman Lyubimov mit dem 3:0 endgültig den Deckel drauf.

Fazit: Es war kein schöner Sieg für Russland, geschweige denn, dass er effizient gewesen wäre. Es war letztendlich – halt ein Arbeitssieg.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.