Eishockey-WM: Alter Schwede – nun wartet Deutschland

Foto: Wikipedia/Raymond Tellers CC BY-SA 3.0Foto: Wikipedia/Raymond Tellers CC BY-SA 3.0
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Bis auf Finnland hat die Russische Eishockey-Auswahl nun alle Skandinavischen Mannschaften bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land durchgespielt. Als letzter Gegner stand zum Abschluss der Vorrunde nun auch noch Schweden auf dem Eis.

Eine vollbesetzte Halle, das Viertelfinale schon längst erreicht, die Russen konnten befreit aufspielen. Gleich von Spielbeginn an zeigte die „Sbornaja“, wer hier im Hause der Titelaspirant ist. Ein schnelles Spiel der Hausherren, das die Schweden mitunter nur staunen ließ. Nach genau einer Viertelstunde stand es dann auch an der Anzeigentafel: 1:0 durch Evgeniy Dadonov. Nur zwei Minuten später, in der 17. heißt es durch ein Weltklassetor bereits 2:0 für die Russen. In unverkennbarer Manier nagelte Artemi Panarin einmal mehr die Scheibe unter die Latte.

Das erste Drittel gestaltete sich, auch für die lautstarken Zuschauer, durchaus unterhaltsam und wies die „Tre Kronor“ frühzeitig in ihre Grenzen. In der 22. Spielminute schiebt auch schon gleich Pavel Datsyuk zum 3:0 nach. Die Schweden können gar nicht so schnell staunen, wie es Tore gegen sie hagelte. Nach genau einer halben Stunde Spielzeit setzte Roman Lyubimov zum finalen Würgegriff an und schob den Puck lässig zum 4:0 über die Linie.

Schweden war nun von der „Sbornaja“ endgültig in seine Einzelteile zerlegt worden. Das letzte Drittel schenkten die Russen den Gelb-Blauen. Während die Sbornaja noch ein paar Trainingseinheiten zum Besten gaben, gab der Gegner noch einmal Gas. Mehr als der Ehrentreffer zum 4:1 durch Mattias Ekholm in der 42. Minute sollte nicht herausspringen.

Russland indes beendete die Vorrunde auf dem zweiten Platz hinter Tschechien und trifft nun im Viertelfinale am kommenden Donnerstag auf das Deutsche Team. Die DEB-Auswahl ist sich dessen bewusst, allenfalls den Partyschreck zu spielen. Man müsse ja schließlich, laut Marcel Goc, dem Spielführer der Deutschen, nicht nur gegen das Team spielen, sondern gegen das ganze Land mit seinen 140 Millionen Russen. „Wir haben in dieser Partie rein gar nichts zu verlieren“, ermuntert Goc. Am Donnerstag wird man es dann sehen…

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.