Einspruch der Zeugen Jehovas von Gerichtshof zurückgewiesen

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Das Oberste Gericht Russlands hat am Montag den Widerspruch zurückgewiesen, seine Entscheidung, die Zeugen Jehovas als “extremistische” Organisation einzustufen, zu revidieren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Swetlana Borisowa, eine Vertreterin des Justizministeriums, begründete die Entscheidung des Gerichtes mit den Worten, dass die „Verwaltungszentrale der Zeugen Jehovas ihre subversive Tätigkeit nicht eingestellt hat und weiterhin darauf besteht, dass deren Tätigkeiten nicht aufrührerisch sind.”

Die Zeugen Jehovas waren auf die Entscheidung vorbereitet, jedoch sagte ein Sprecher, dass das Urteil doch „sehr enttäuschend” sei. „Verstörend ist, dass trotz überwältigender Hinweise, die das Gegenteil beweisen, starke Kräfte innerhalb Russlands fortfahren, unsere religiöse Organisation als extremistisch zu etikettieren”, so David Semonian, der Sprecher der Religionsgemeinschaft.

Im April hatten vier ehemalige Mitglieder der Zeugen Jehovas unter Eid vor dem Obersten Gericht ausgesagt, dass die Organisation versucht habe, „die völlige Kontrolle” über ihre Anhänger zu erhalten. Natalia K., die von 1995 bis 2009 Mitglied war, hat dem Gericht berichtet, dass “die Zeugen Jehovas formell nur die Einhaltung von Regeln und Anordnungen kontrollieren, tatsächlich aber gehe es ihnen um die totale Kontrolle über das persönliche Leben, die Intimsphäre sowie Ausbildung und Arbeit von Individuen.”

Die Organisation, die in Russland 171.000 Anhänger, 395 Regionalverbände und 2.315 Gemeinden zählt, wurde im April dieses Jahres gerichtlich verboten. Letzte Woche berichtete das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Levada, dass ungefähr 80 Prozent der befragten Russen ein Verbot der Zeugen Jehovas unterstützen. Jedoch hat mehr als die Hälfte der 1.600 Befragten angegeben, dass sie sehr wenig oder nichts über die Zeugen Jehovas gewusst haben, die weltweit mit gut acht Millionen Mitgliedern in 240 Ländern vertreten ist. Die Zeitschrift „Der Wachturm“ wird in 884 Sprachen verbreitet.

[hub/russland.NEWS]