Ein klassisches Traumpaar das jetzt keins mehr ist

[Von Michael Barth] München/Berlin – Gemeinsam waren sie der strahlende Stern am Opernhimmel. Wo immer Anna Netrebko und Erwin Schrott auch auftraten, die beiden verkörperten die große Liebe und das unzertrennliche Glück auf Erden. Und nun – aus und vorbei – Ende Gelände.

Sechs Jahre hielt diese Bilderbuchromanze auch ohne Trauschein dem harten Tingeltangel des Bühnenlebens stand. Nun verkündete das Pressebüro der 42-Jährigen Sopranistin den betont einvernehmlichen Schlussakt ihrer Beziehung mit dem zwei Jahre jüngeren Bass-Bariton Schrott. „Unsere beruflichen Verpflichtungen und die daraus resultierenden Entfernungen, sowie die andauernden Trennungszeiten“ seien der Grund für ihre Trennung, ließ die Netrebko daraufhin in Berlin verlauten. „Mir geht es sehr gut, und ich konzentriere mich nun auf mein Leben als Mutter und auf meine Karriere als Opernsängerin.“

Entsprechende Gerüchte kursierten allerdings schon seit Monaten in der Boulevardpresse, es wäre ja sonst auch viel zu ruhig um das Dream-Team der Operhäuser gewesen. Erwartete Dementis fielen eher halbherzig aus und nun ist es amtlich. Jedoch sollen zukünftige gemeinsame Auftritte auch weiterhin wie geplant stattfinden. Das ist man der zahlenden Kundschaft schließlich schuldig. Selbstverständlich würden die beiden auch ihre gemeinsame Stiftung fortführen, hieß es.

Und damit ja keine Misstöne bei dieser Arie aufkommen, wird noch schnell Vergangenes resümiert und Künftiges von der gebürtigen St. Petersburgerin medienwirksam ins rechte Rampenlicht gerückt: „Unsere gemeinsame Zeit bedeutet uns viel und natürlich kümmern wir uns beide weiter um unseren Sohn Tiago!“ Ja genauso wollen wir das hören, aus der Welt der Schönen und Reichen.

Michael Barth/russland.RU

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.