“Beinahe”-Zusammenstöße brachten NATO und Russland an den Rand eines Krieges

Su-27 Foto: Rob Schleiffert CC BY-SA 2.0Su-27 Foto: Rob Schleiffert CC BY-SA 2.0
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[von Alex Lantier] Laut einem Bericht, den der in London ansässige Thinktank European Leadership Network [Europäisches Führungs-Netzwerk] (ELN) vor zwei Tagen veröffentlichte, hat es seit dem von der Nato unterstützten rechten Februar-Putsch in Kiew fast vierzig „Beinahezusammenstöße“ zwischen russischem Militär und den infolge des Staatsstreichs nach Osteuropa entsandten NATO-Streitkräften gegeben, die einen militärischen Konflikt hätten auslösen können.

Das ELN schreibt, die Beziehungen zwischen Russland und der NATO befänden sich seit März 2014 „in einer Situation, die von Misstrauen, Furcht und kurzfristigen Führungsentscheidungen gekennzeichnet ist und die eine brisante Sackgasse darstellt, in der sich ein atomar bewaffneter Staat und ein atomwaffenfähiges Bündnis gegenüberstehen.“ Der Bericht fährt fort: „Diesen Zustand unter den im Bericht genannten Bedingungen fortzusetzen, wäre im besten Falle risikoreich. Im schlimmsten Falle könnte er in eine Katastrophe führen.“

Das ELN setzt sich aus Spitzensicherheitsbeamten mehrerer imperialistischer europäischer Länder zusammen. Seinem Vorstand gehören der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger, der ehemalige NATO-Generalsekretär Javier Solana, die ehemaligen Verteidigungsminister Des Browne und Malcolm Rifkind (Großbritannien), Volker Rühe (Deutschland) und Alain Richard (Frankreich) sowie der frühere UNO-Sonderkommissionssprecher für den Irak Rolf Ekéus aus Schweden an. In seinem Bericht geht der Thinktank auf sorgfältig ausgewählte Zwischenfälle ein, um ein falsches Bild von Russland als dem Aggressor zu zeichnen.

Dessen ungeachtet illustrieren die angeführten Zwischenfälle die enormen Gefahren vor denen die Menschheit steht. Diese Gefahren ergeben sich aus der verantwortungslosen Eskalation, die die NATO nach dem von den USA und ihr selbst betriebenen Regimewechsel in der Ukraine in Osteuropa vorangetrieben hat.

Weltweit stehen Armeen in Alarmbereitschaft, während NATO-Düsenjäger, nur eine Viertelflugstunde von russischen Städten entfernt, Überwachungseinsätze am Himmel über den baltischen Republiken und weiteren osteuropäischen Staaten fliegen. Geringfügige Kommunikationsmissverständnisse zwischen russischen und NATO-Soldaten, Kampfjets und Kriegsschiffen, die nach Osteuropa strömen (oder in Nordamerika und im Pazifik im Einsatz stehen, wo sich weitere „Beinahezusammenstöße“ ereigneten), könnten rasch in einen globalen atomaren Weltenbrand münden.

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