Die Wurst als letzte Geheimwaffe der NATO im Konflikt mit Russland?

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[Eine Glosse von Michael Barth] Wien/Moskau – Die heiße Eskalation im Südosten der Ukraine hat sich inzwischen wieder zum kalten Krieg zwischen der NATO und dem russischen Bären gemausert. Noch hüten sich beide Parteien davor, scharf zu schießen. Man belässt es, wenn man so will, vorerst noch bei verbalen Schneeballschlachten. Wenn man jedoch genau hinsieht, werden bereits sämtliche Register des Geheimwaffenapparates gezogen, um sich Vorteile zu verschaffen.

Wie am Montag von seriösen Quellen berichtet wurde, sei Russland im Besitz von hypermoderner Kampftechnik, die bei einem Bodenkrieg ganz neue Ausmaße der Kriegsführung eröffnen werde. In den Kreisen der Wehrbeauftragten machte bereits der Begriff von „Putins teuflischen Tarnpanzern“ die Runde. Eine Waffe, die, wenn einmal in falschen Händen, das Wort teuflisch nicht nur im Namen trägt. Versteckt in einem St. Petersburger Hinterhof, wovon sich ein Team von russland.RU persönlich überzeugen konnte, wartet die Gefahr nur auf ihren großflächigen Einsatz.

Der Westen musste reagieren und die anti-russische Allianz sah sich daher gezwungen, ihrerseits zügig zu handeln. In Kooperation mit den Vereinigten Staaten entwickelten mitteleuropäische Experten die Antwort auf derlei dreiste Provokationen. Als interner NATO-Code für die Wunderwaffe wurde bereits der Begriff „Wurst“ registriert. Die korrekte technische Bezeichnung lautet „Conchita Wurst“ und entstammt der Testreihe „ESC 2014“. Seit 2013 die ersten Gerüchte um die Entwicklung für eine Massenproduktion aufkamen, erregte das Vorhaben die Gemüter.

Mahnende Worte aus dem Osten

Zuerst war es die Legion Alexander Lukaschenko in Weißrussland, die vor der drohenden Gefahr warnte. Von einem „Brutherd der Unzucht europäischer Liberaler“ war damals die Rede. „Wir brauchen das nicht und sind psychologisch noch nicht so weit“ hieß es wörtlich. Im Mai 2014 meldete sich der St. Petersburger Lokalpolitiker Vitali Milonow zu Wort. Er sprach von „Himmelschreiender Propaganda und spirituellem Niedergang“. Auch forderte er unverhohlen den Ausschluss der „Missgeburt aus Österreich“ aus dem „ESC-2014“-Programm.

Auch Vizeregierungschef Dmitri Rogosin stieß ins gleiche Horn. Das zeige „Anhängern einer europäischen Integration, was sie dabei erwartet“. Der rechtsradikale Populist Wladimir Schirinowski schlägt gleich härtere Töne an und spricht vom Untergang Europas. Zudem bedauere er es, dass sich die russische Armee nach dem Sieg über Hitler aus Österreich zurückgezogen habe. Der Putin-Berater und Geschäftsmann, unter anderem als Chef-Lokführer der russischen Eisenbahn, Wladimir Jakunin, sieht ebenfalls „den moralischen Verfall im Westen“. Für ihn sei das einfach schlechter Geschmack.

Und jetzt stehen tatsächlich Pläne im Raum die „Wurst“ wirklich zu Russlands Staatsoberhaupt zu entsenden. Sie könne sehr wohl eigenständig differenzieren, hieß es aus gut unterrichteten Kreisen. Etwa eine Woche würde genügen, um die Hirnströme des Präsidenten zu messen und ihn zu verstehen. Welcher Druck auf ihm lastet, was es bedeute Wladimir Putin zu sein. Sowohl „Wurst“ als auch Putin hätten ein gemeinsames Bedürfnis – das Verlangen nach Respekt. Soweit der perfide ausgeheckte Plan des Westens.

Wie Sie als geneigte Leser sehen, es wird spannend bleiben im neuen Jahr und wer weiß – vielleicht beschließt man ja den Konflikt in der Ukraine mir unsichtbaren Würsten. Das Jahr 2015 wird es zeigen und russland.RU wird Sie natürlich auf dem Laufenden halten. In diesem Sinne, einen guten Rutsch…

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.