Deutschland gibt Gemälde „Waldweiher“ von Wassili Polenow an Russland zurück

Foto: commons.wikimedia/Wassili Dmitrijewitsch Polenow, Gemeinfrei

Am 26. September wurde in einer öffentlichen Übergabe in der Kunsthalle zu Kiel das Gemälde „Waldweiher“ von Wassili Polenow an den Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog zurückgegeben. Die Übergabe erfolgte durch die Direktorin der Kunsthalle zu Kiel, Anette Hüsch, an die Direktorin des Museumsparks Taganrog, Jelisaweta Lipowenko.

Das 1881 entstandene Gemälde „Waldweiher“ wurde durch die deutsche Wehrmacht im August 1943 zusammen mit anderen Sammlungsstücken aus dem örtlichen Museum an einen unbekannten Ort verbracht. 1959 gelangte es auf den Kunstmarkt. 1986 erwarb der damalige Direktor der Kunsthalle zu Kiel das Bild zusammen mit 12 weiteren Gemälden des 19. Jahrhunderts von russischen und polnischen Künstlern mit Hilfe der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein.

Seit 2015 untersucht die Kunsthalle zu Kiel systematisch ihre Bestände in einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekt, um während des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut in der Sammlung zu identifizieren. Bei diesen Recherchen entstand der Verdacht, dass es sich beim Polenow-Gemälde um im Krieg unrechtmäßig verbrachtes Kulturgut handeln könnte. In einem engen Austausch zwischen der Kunsthalle zu Kiel, dem Deutsch-Russischen Museumsdialog und dem Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog konnten die Forschungen zur Verlustgeschichte zusammengeführt und die Identität des Werkes bestätigt werden.

Aus Anlass der Rückgabe erklärte Botschafter von Fritsch: „Unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter müssen an ihren rechtmäßigen Eigentümer oder dessen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden. Die Bundesregierung hält sich strikt an diese Maßgabe des Völkerrechts. Mit der Rückgabe des Gemäldes ‚Waldweiher‘ von Wassili Polenow an Russland wollen wir zugleich in deutscher Verantwortung entstandenes Unrecht wiedergutmachen.“

Pressemitteilung der deutschen Botschaft in Moskau